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Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht More Images
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Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht

Die Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung FBW zeichnet Edgar Reitz‘ neues filmisches Werk DIE ANDERE HEIMAT – CHRONIK EINER SEHNSUCHT mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ aus.

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt (Auszug):
„Durch eine phantastische Bildsprache mit überragend schönen Panoramen der Hunsrücker Landschaft und einer packenden Nähe im Blick auf das Leben der Familie Simon wird der Zuschauer von Beginn an immer intensiver in den Film und das reiche Geschehen gesogen. Nie verliert der Film trotz seiner Länge an Spannung, ja er vermag diese dank eines ausgefeilten Drehbuches noch stetig zu steigern. Die Besetzung von Hauptrollen und Nebenrollen entspricht den vorgegebenen Charakteren aufs Beste und ihr Spiel ist unter der sicheren Führung von Edgar Reitz glaubhaft realistisch …. Ein ausgefeiltes Szenenbild und die detailgenaue Ausstattung zauberten ein Hunsrückdorf, welches den Zuschauer in eine Zeitreise mehr als 150 Jahre zurück zu schicken vermag. Die Häuser im Dorf, die Straßen und Wege, die Schmiede, die Möbel, Fuhrwerke, die Wohnungseinrichtungen, die Kleider – so mag es damals wirklich ausgesehen haben! …. Ein besonderes Lob verdient die immer stimmige musikalische Begleitung und letztlich die große Leistung der Montage. Trotz der Länge des Films mag man auf kein Bild, keine Szene verzichten! ….
Edgar Reitz ist ein großes episches Werk gelungen, das zeitlos in die Filmgeschichte eingehen wird.“

Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts Hungersnöte, Armut und Willkürherrschaft die Menschen niederdrückten, sind Hunderttausende aus Deutschland ins ferne Südamerika ausgewandert. Auch Jakob versucht alle Grenzen hinter sich zu lassen, die einem Bauernjungen in dieser Zeit gesetzt sind. Er liest jedes Buch dessen er habhaft werden kann, er studiert die Sprachen der Urwaldindianer, er entwirft Pläne für die romantischsten Abenteuer in den Wäldern Brasiliens und beschreibt seinen Aufbruch aus dem Hunsrück in einem erstaunlichen Tagebuch, das nicht nur seine Geschichte und seine Gedanken wiedergibt, sondern das Lebensbild einer ganzen Zeit. In den Strudel von Jakobs Träumen werden alle gesogen, die ihm begegnen: Seine von Mühsal und Arbeit geplagten Eltern, sein streitbarer, älterer Bruder Gustav und vor allem das schöne Jettchen, die Tochter eines verarmten Edelsteinschleifers und ihre beste Freundin Florinchen. Was kann es in dieser kargen Bauernwelt schöneres geben, als Jakobs Erzählungen zu folgen und mit ihm Pläne zu schmieden für ein glücklicheres Leben jenseits des Weltmeeres? Die Sehnsucht der jungen Menschen droht immer wieder zu zerbrechen – an der Unwissenheit der Zeit und an Krankheiten; an Tod und Naturkatastrophen, die über das Land hereinbrechen. Die Rückkehr des Bruders Gustav aus dem preußischen Militärdienst gibt den Anstoß für Ereignisse, die die Liebe zwischen Jakob und Jettchen jäh erschüttern und Jakobs Leben in eine völlig unerwartete Richtung lenken wird.

Edgar Reitz ist mit seinem neuen Film ein Ausnahmewerk, ein filmisches Epos gelungen, das in der heutigen Filmlandschaft kaum einen Vergleich finden wird. Auf Breitwand gedreht, entstanden unter der Kamera von Gernot Roll gewaltige Bilder, die ein Hunsrückdorf aus dem 19. Jahrhundert lebendig werden lassen und den Zuschauer auf eine Zeitreise einladen. Detailversessen in Ausstattung, Szenenbild und Kostüm, unterstützt durch ein junges Schauspieler-Ensemble, allen voran Jan Schneider als Jakob, Maximilian Scheidt als Gustav, Antonia Theresa Bill als Jettchen und Philine Lembeck als Florinchen, sowie Marita Breuer („Heimat“) als Mutter Simon, ist DIE ANDERE HEIMAT – CHRONIK EINER SEHNSUCHT eine bewegende Familien- und Liebesgeschichte voller Emotionalität und Sinnlichkeit.

Darüber hinaus wirft der Film wie selbstverständlich genau die Fragen auf, die aktueller kaum sein könnten: die Frage nach Zugehörigkeit, Freiheit der Gedanken, und was man heute noch als Heimat benennen und wie stark eine Sehnsucht nach einem besseren Leben sein kann.

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