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Vitam Aeternam II (42 Antworten)

  • Profilbild von susanstella sagte vor 11 Monaten, 3 Wochen:

    Jeden einzelnen Tag denke ich über mein Leben nach, wie es wohl wäre und wie es wohl sein könnte. Ob es spannend, aufregend oder abenteuerlich wäre und ob ich keine Probleme mehr hätte. Doch leider ist es nicht so, mein Leben ist – präzise ausgedrückt – fad und öde. Was mich wieder zu dem Punkt bringt, an dem ich schon oft gewesen bin und den ich mir immer noch versuche ein zu reden. Ich versuche es mit der Wahrheit und ich sage mir oft: Ich bin Hannah Valo, meine Eltern sind Eilen und Florian Valo und ich wohne in Kärnten. Das einzige war verwunderlich ist, dass ich englisch super gut beherrsche und ich nicht einmal weiß wieso. Aber das war‘s dann auch schon mit den Highlights in meinem Leben und ich finde, dass es viel spannender sein könnte. Wenn da nicht die ganzen Probleme wären oder meine Eltern. Manchmal frage ich mich, wieso sie noch immer in Kärnten leben obwohl es viel aufregendere Ort gibt. Zum Beispiel London oder Amerika, es gibt so viele Orte an denen man sein könnte. Stattdessen wohnen wir seit siebzehn Jahren in Spittal und es gibt nicht wirklich viel hier, was man machen konnte. Außerdem gibt es zu viele Jugendliche in meinem Alter hier, die nur Zicken sind und herum stolzieren wie ein aufgeblasener Gockel. Einige sehen sogar schlimmer aus, als man es meinen könnte. Sie waren so stark geschminkt, dass man keine Haut mehr sah, sondern nur mehr Make- up. Ich bin froh, dass ich nicht eine von ihnen bin oder nur im Ansatz so bin wie sie. Klar habe ich mir manchmal gewünscht, dass ich so beliebt wäre wie eine dieser Zicken, aber dafür hätte ich mich nie wirklich geändert. Ich bin ich und ich tu das, wonach mir ist. Wenn sie damit nicht zurechtkommen, dann können sie von mir aus einen großen Bogen um mich machen. Aber niemand – und damit mein ich auch niemand – kann und wird mich jemals verbiegen. Als ich mir das einrede und alles so meine, wie ich es sage, stehe ich vor dem Spiegel in meinem Badezimmer. Ich habe zwar keine Ahnung, woher mein Vater so viel Geld hat, aber unser Haus ist praktisch eine Villa. Zwar nur mit zwei Stockwerken, aber dafür vielen Zimmern und großen Badezimmern und einem schönen Garten. Jeden Tag versuche ich mir vor zu stellen, wie viel man als einfacher Buchhalter genug Geld verdienen konnte, um das Haus in Stand zu halten. Es will mir einfach nicht in den Kopf, aber irgendwo her musste mein Vater doch das Geld haben. Geklaut hat er es auf keinen Fall, er war einfach ein zu guter Typ und hat einen zu guten Charakter für so etwas. Vor allem als Buchhalter konnte er nicht wirklich viel Beiseite bringen, aber so etwas hätte er nie gemacht. Aber man muss auch dazu sagen, dass meine Eltern mir nie etwas über ihre Kindheit oder ihre frühere Jugend erzählten. Was aber auch daran liegen mochte, dass es mich bis jetzt nicht wirklich interessiert hatte. Doch als ich im Bad stehe wird mir plötzlich klar, dass sich die meisten Familie ein Bad teilen müssen und bei uns im Haus hat jeder zwei Badezimmern zur Verfügung. Wenn man die Gästebäder nicht mit zählte natürlich. Mir selbst ist auch nicht in den Sinn gekommen, dass ich meine Eltern oder eher meinen Vater jemals darüber befragen sollte. Vielleicht hätte ich es doch einmal tun sollen, aber jetzt hatte ich keine Lust mehr dazu. Immerhin sind meine Eltern schon streng genug und ich muss zur Schule gehen. Ich gehe immer noch ins Gymnasium und soll einmal die Matura machen oder arbeiten gehen, meine Eltern wollen nämlich, dass ich später einmal etwas werde. Zurzeit macht es mir überhaupt keinen Spaß mehr, es ist nur mehr langweilig, außer der Tatsache, dass ich jeden Tag meine Freundinnen treffe. Es gibt sogar einen Jungen in meiner Klasse, den ich gern mag und das mehr als nur Freundschaftlich. Ich denke, dass meine Eltern das nicht verstehen würden. Es war schon ziemlich lange her, dass sie sich in einander verliebt hatten und sie hatten anscheinend sofort geheiratet. Das hieß, so einige Jahre nach der Oberstufe. Eine Tatsache ist, das ist fast nichts über meine Eltern weiß und es mich auch nie wirklich interessiert hatte. Aber plötzlich denke ich mehr darüber nach und auch über das, was ich über sie weiß. Ich weiß, dass sie sich in der Schule in einander verliebt haben, dann haben sie bald geheiratet und Elly wurde Anwältin. Meine Eltern sind total uncool, aber das sind die meisten Eltern so und auch sie erleben nicht viel Spannendes. Das einzige Geheimnis, dass ich noch nicht heraus gefunden habe ist, warum ich blonde Haare habe. Florian hat schwarzes Haar und Elly hat braunes. Diese eine Tatsache bringt mich oft aus dem Konzept, denn es könnte leicht sein, dass meine Mutter meinen Vater betrogen hat. Aber er sagt dazu kein Wort. „Hanna!“, höre ich von unten in mein Zimmer rufen. Es ist bereits sieben Uhr dreißig, ich muss schnell los und darf nicht zu spät kommen. Wieder ein öder Tag in meinen öden Leben, in der Schule. Manchmal denke ich mir, wann mein Leben endlich etwas extravagant wird. In meinem Leben gibt es eindeutig zu viel Alltag und das ist nicht schön, ich brauche Abwechslung. Wenn wir wenigstens einmal in Urlaub fahren würden oder nur einen Tag irgendwo hin, aber Flo kam dann immer mit der Ausrede, dass er arbeiten musste. Wie ich schon vor vielen Jahren gemerkt hatte, war das nur einen Ausrede und eine Schlechte noch dazu. Er wollte einfach nirgendwo hin fahren oder er hat zu schlechte Erfahrungen mit Reisen. Manchmal sagt er, dass er sich wünscht, dass ich ein normales Leben haben soll. Aber ich weiß selbst nicht, was er damit meint. Mein Leben ist so normal wie es nur geht und wenn es noch normaler wäre, das ginge wahrscheinlich sowieso nicht. Bevor er noch einmal ruft nehm ich meine Tasche und renne die Stiege hinab. Dort wartet meine Mutter schon mit dem Frühstück, doch da ich schon viel zu spät dran bin, nehme ich mir nur einen der Schoko Muffin‘s und verabschiede mich von den Beiden. Schnell gehe ich weiter und komme noch rechtzeitig zur Schule und zum Unterricht. Zu meinem Glück regnet es nicht und so muss ich keinen Schirm mit nehmen, ich hoffe, dass es später auch nicht regnen wird. Man kann ja nie wissen, aber wenn man immer vorsichtig ist, dann ist es auch wieder langweilig.
    Nach einigen Stunden in der Schule komme ich – wie immer – genervt und angespannt nach Hause. Da ist zwar keiner, aber ich wundere mich schon lange nicht mehr, wenn ich nur allein im Haus bin. Elly hat wahrscheinlich einen Auftrag bekommen und Flo arbeitete immer bis spät in den Abend hinein. Also ist es wieder an mir selbst mir etwas zu Essen zu machen und das, wo ich erst gerade von der Schule gekommen bin. Ich hätte beim Billa oder Spar vorbei gehen können. Jedoch gehe ich zuerst in mein Zimmer, stelle dort die Tasche ab und überlege mir, was ich den gerne essen würde. Aber das Schlimmste ist, dass ich nur auf eine spezielle Sache Lust habe. Das ist- und ich weiß, dass das ein wenig makaber klingt – Blut, rohes, frisches Blut und ich wusste nicht einmal wieso.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 11 Monaten, 3 Wochen:

    Es klingt etwas seltsam, ich weiß, aber manchmal habe ich einfach so eine Lust darauf rohes Blut zu trinken und das ist mir dann selbst unheimlich. Oft genug unterdrücke ich diesen Gedanken einfach, ich habe noch nie jemanden davon erzählt, nicht einmal meiner besten Freundin. Sie würde mich sowieso nur für verrückt halten und ich habe Angst, dass das meine Eltern auch tun würden. Deshalb hab ich es nicht einmal ihnen erzählt und habe einfach versucht, mich zusammen zu reisen. Aber ich habe noch nie versucht, Blut zu trinken oder so etwas in der Art. Allein schon, weil es so verrückt klingt und für mich selbst einfach zu anders ist. Statt eines einfachen Essens mache ich mir dann oft eine Pizza oder etwas anderes, es wird zwar nicht besser, aber ich habe dann keinen Hunger mehr. Wenn ich keinen Hunger mehr habe, dann wird die Lust auf Blut auch etwas weniger. Aber mit leerem Magen. Vielleicht überwinde ich mich ja doch einmal und erzähl es Elly und Flo, auch auf die Gefahr hin, dass sie mich zu einem Psychiater schicken würden. Aber irgendwie ist dieses Geheimnis einfach zu groß, um es einfach für mich zu behalten. Ich überlege es mir noch und lege mich erst einmal in mein Bett, das ist etwas entspannend. Auch wenn mein Leben langweilig ist, dann ist der Schultag doch Nerven aufreißend und ich brauche ein wenig Entspannung. Mich interessiert nur allzu sehr, wo meine Eltern nur bleiben. Plötzlich höre ich, wie im unteren Stock die Haustür geöffnet wird und jemand kommt herein. Schnell stehe ich auf und gehe die Treppe hinunter. Es ist meine Mutter, sie ist gerade erst von der Arbeit nach Hause gekommen. Ohne Worte setzte sie sich an den Esstisch und ich setzte mich zu ihr, dann wartete ich, bis Flo auch kam. Ich musste einfach mit jemand reden und das alles gestehen, vielleicht versteht mich doch jemand. Aber das kann ich erst später heraus finden, denn mein Vater kommt sicher erst spät wieder nach Hause. Das ist meistens so, wenn er an einem Montagabend. Meist kommt er früher nach Hause und nur zu oft kommt er schon ziemlich früh nach Hause. Oft frage ich mich, was er eigentlich so in seiner Arbeit macht, denn eigentlich ist er nur ein Buchhalter. Wofür braucht er denn so lange? Aber was weiß ich denn schon von Arbeit, immerhin gehe ich immer noch zur Schule. Trotzdem wird es heute wahrscheinlich spät werden, wenn er nach Hause kommt.
    Eigentlich war das wirklich jeden Montag so, aber heute ist es anders, denn plötzlich kommt Flo bei der Tür herein. Er sieht nicht geschafft aus oder so – wie immer – sondern ganz ausgeruht und mit einem Lächeln im Gesicht, das sagte, dass er etwas vor hat. Aber ich weiß noch nicht, was es ist und so warte ich, bis er es von sich selbst ausspricht. -„Ich habe gute Nachrichten“, sagt er dann. „Was denn?“, frag Elly freudig. „Wir werden nach London fahren, genauer gesagt in die Fleet Street. Ich muss dort etwas….erledigen, du weißt schon was ich meine“, antwortet Flo. Ich versteh nicht, was er damit sagen will, aber scheint es zu verstehen. Es ist eine neue Erkenntnis für mich, dass wir nach London fahren werden und das schon bald. Nur noch ein, zwei Tage Schule, dann hab ich so wieso Ferien und wahrscheinlich muss ich nicht einmal die zwei Tage dorthin gehen. Vielleicht werden wir schon morgen fahren, so könnte ich endlich wieder einmal länger schlafen. Aber ich müsste noch packen, das geht ganz schnell und ich wäre auch schnell damit fertig. Mich wundert, wieso Flo unbedingt in die Fleet Street möchte und nicht irgendwo anderst hin. Wieso nicht nach Greenwich oder sonst wo hin? Eigentlich könnten wir überall hin gehen in England, doch es muss wohl etwas mit seiner Arbeit zu tun haben. Immerhin hat er gesagt, dass er dort etwas zu erledigen hat und das ist wahrscheinlich ziemlich wichtig. Sonst würden wir nicht erst heute davon erfahren, so etwas hätte er von langer Hand geplant und nicht so von einen auf den anderen Tag. Es muss schon ziemlich wichtig sein, was er zu erledigen hat. So wollte ich nicht mehr mit ihnen reden, ich habe beschlossen das Geheimnis noch eine Weile für mich zu behalten. Es klingt so wieso etwas seltsam und ich weiß ja nicht, wie meine Eltern es auf nehmen würden. Wir sind ganz normale Menschen, wir haben Geheimnisse und wir sind eine normale Familie und es gibt sicher Geheimnisse, die meine Eltern mir vor enthalten. Also wieso sollte ich keines haben dürfen? Immerhin ist es doch etwas sehr seltsam und sogar für eine siebzehn Jährige immer noch etwas unheimlich. Auf jeden Fall bin ich mir sicher, dass es eine ganz normale Erklärung dafür gibt und es überhaupt keinen Grund zur Sorge gibt. Ich muss diese Geheimnis ganz einfach für mich behalten und es niemanden sonst erzählen, vielleicht verging es ja wieder von ganz alleine. Sonst würde mir sicher etwas einfallen. Jetzt freue ich mich schon auf den kleineren Urlaub in London, auch wenn ich nicht weiß, wie lange wir dort bleiben wollen. Auf jeden Fall würde schon ein Tag reichen um wenigstens einmal aus dem Alltagstrott zu kommen, es ist eine kleine Freude. Mein Leben ist schon langweilig genug, da ist so eine Abwechslung ganz Recht und gut. Am liebsten hätte ich jedoch ein aufregenderes Leben, jeden Tag ein Geheimnis, dass ich niemanden erzählen darf. Das wäre schon etwas abwechslungsreicher und mir wäre nicht so langweilig, am Schlimmsten ist es immer dann, wenn ich ernsthaft darüber nach denke. Oft denke ich mir auch, dass ich gerne von zu Hause ausziehen möchte. Immerhin dauert es nur noch ein Jahr bis ich achtzehn, fertig mit der Schule bin und ausziehen kann. Über so etwas denke ich meistens nach, wenn ich alleine in meinem großen Zimmer bin und im Bett liege. Seltsamer weiße darf ich bei Nachts nicht hinaus und mich überkommt so eine komische Stimmung. Aber das ist auch nur nachts. Oft möchte ich einfach nur hinaus in die Nacht gehen, den Mond betrachten und die schwärze der Nacht spüren. Ich stell mir das meist so mit schwarzem Gewand vor, aber das ist nur eine Vorstellung. Wie ich durch die dunklen Gassen und leeren Straßen streife und genau in diesem Moment kommt das Gefühl wieder. Es ist präsent, es ist da, aber ich darf ihm nicht nach gehen. Mein Zimmer liegt im zweiten Stock und vor meinem Fenster ist weder ein Baum, noch würde ich irgendwo weich langen, wenn ich versuchen würde aus dem Fenster zu springen. Also versuche ich es erst gar nicht, schon allein weil ich Angst habe, dass jemand es hören könnte, wenn ich am Boden auf komme. Außerdem besteht immer noch die Gefahr, dass ich mir etwas brechen könnte und dafür hätte ich dann keine Erklärung oder Entschuldigung.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 11 Monaten, 3 Wochen:

    Noch am selben Abend kommt Flo bei meiner Zimmertür herein und sagt mir, dass ich meine Koffer für die Reise packen solle. Niemand weiß, wie lange wir in London bleiben würden und mein Vater hat sogar ein Haus gemietet oder so. Auf jeden Fall bleiben wir länger als nur ein paar Tage und das hieß genug Zeit, um meinem Leben zu entkommen. Vielleicht würde ich sogar etwas Aufregendes finden. Am nächsten Morgen stiegen wir dann in Florians Auto, einen blauen VW Golf – dieser ist allerdings nicht mehr ganz so neu wie man meinen könnte. In unserer Garage haben sicher mehr als nur ein Auto Platz, doch es steht nur dieser alte VW darin. Langsam wird mir bewusst, dass Flo sicher einmal mehr als nur dieses eine Auto hatte und er hatte vielleicht sogar drei gehabt. Aber das ist jetzt nicht so wichtig, wir sind also im Auto und fahren los. Da es eine längere Fahrt wird habe ich meinen IPod eingesteckt und höre ein bisschen Musik. Das beruhigt mich und ich kann prima nach denken, über alles Mögliche. Ich bin musikalisch, ich würde nicht sagen, dass ich überaus musikalisch bin, aber ein kleines bisschen schon. Ich habe mich immer gefragt, von welcher Seiter der Familie ich das wohl habe. Von meinem Vater sicher nicht, ich denke, er ist ganz schön unmusikalisch. Meine Mutter ist sicher auch nicht wirklich musikalisch, aber von irgendwem muss ich es ja haben, genau wie mein blondes Haar. Aber vielleicht ist das ja auch nur ein blödes Missverständnis und alles lässt sich ganz leicht aufklären. Während der ganzen Fahrt höre ich Musik und schaue aus dem Fenster, an mir ziehen Landschaften und Menschen vorbei. Ich muss sagen in siebzehn Jahren hat sich in der Welt nicht wirklich viel getan. Zwischen Europa und England gibt es einen Unterwassertunnel und so müssen wir nicht mit einer Fähre übersetzten sondern können gleich weiter fahren. Nach einigen Stunden der Fahrt – ich kann nicht genau sagen, wie lange wir wirklich gefahren sind, denn so etwas interessiert mich nicht wirklich – kommen wir endlich in London an. Wir fahren an Exeter vorbei und kommen zur Fleet Street, es ist eine Straße mit ziemlich wenigen Häusern. Aber sie war schön, dass muss man ihr lassen und wir fuhren bis fast ganz ans Ende dieser Straße. Dort stand ein großes Haus – nicht so groß wie das Haus, dass wir in Spittal haben, aber auch ganz schön groß. Es ist alt, ziemlich alt und auch schön. Hinter dem Haus stand ein großer Baum, der sicher größer als zehn Meter sein muss und der sicher schon sehr alt ist. Aber noch steht er und vielleicht sogar noch länger, aber das ist nicht ganz sicher. Erst einmal ging ich in das Haus hinein, meine Eltern sind noch damit beschäftig das Gepäck aus zu packen und alles einmal aus dem Auto heraus zu bekommen. Das erste was ich bemerke ist der Staub, der auf allem liegt, der jedoch nur ganz dünn ist. Es ist keine Staubschicht die davon zeugt, dass hier mehr als zwanzig Jahre keiner mehr gewesen war, wie Flo behauptete hatte. Das Haus hat zwei Stockwerke und im oberen Stockwerk war eine genau so dicke Staubschicht wie im unteren. Oben sind die Zimmer und unten ist alles Übrige, das heißt: Küche, Wohnzimmer, Bad. Alles was man so braucht und was man sich vielleicht wünscht. Alles scheint so bewohnt und meine Eltern sehen auch so aus, als würden sie an einen Ort zurück kehren, an dem sie einmal für lange Zeit gewesen waren. Aber das konnte unmöglich wirklich sein, denn wie ich weiß sind sie immer in Österreich gewesen. Fast sieht es wirklich so aus, als würden sie diesen Ort wieder erkennen. Dieses Haus kann unmöglich schon lange hier stehen, es sieht so neu aus. Alles in allem schreibe ich ab, dass ich denke, meine Eltern könnten schon einmal hier gewesen sein. Ich warte bis Flo und Elly ganz im Haus sind und die Koffer herein tragen. Dann gehe ich hinauf in den zweiten Stock, wo die Zimmer sind und warte, bis meine Eltern sich das Zimmer aus gesucht haben. Ich nehme das Zimmer am Ende des Flures und sehe mich darin um. Es ist ziemlich groß und es gibt eine Tür, die zu einem Kleiderschrank führt und gegenüber von meinem Zimmer liegt das Bad. Das ist ganz schön praktisch, denn ich muss nicht zu weit gehen, wenn ich früh aufstehe. Natürlich ist es äußerst aufwendig, wenn es sehr früh ist und man ins Bad gehen will und das Bad ist erst am Ende des Flures. Ansonsten gibt es ein Bett für eine Person, das nur ziemlich klein ist. Daneben steht ein Nachtkästchen mit einer Lavalampe und gegenüber sind drei Fenster mit schwarzen Vorhängen. So kommt in der Nacht nicht genug Licht durch die Fenster und man kann gut schlafen. An der Wand gegenüber dem Bett hängt ein Gemälde einer Landschaft die sehr impresimistisch gemalt wurde. Darunter steht ein kleiner Kasten mit Schubläden und einigen Statuen darauf, die aussehen wie Frauen aus Messing. Ich beschließe in diesem Moment mir das Haus und alle Zimmer an zu sehen und vielleicht finde ich sogar etwas Spannendes. Aber ich glaube nicht ganz daran, dass es in diesem Haus etwas Besonderes gab. Nun lege ich mich aber erst einmal eine Minute in mein neues Bett um mich daran zu gewöhnen, dann packe ich aus. Es gibt genug Sachen, die ich in dem großen Kleiderschrank hinter der Tür unterbringen kann. Es ist natürlich ein sehr großer Raum und es gibt genug Schubladen und Kleiderhacken für alles, es sieht doch etwas komisch aus, da ich zwar alle meine Sachen mit habe, aber es ein großer Kleiderschrank. Er ist sicher für mehrere Kleider gebaut worden und ich frage mich, ob es in jedem Zimmer einen so großen Kleiderschrank gibt. Nach einer Stunde in der ich nur im Zimmer bin, gehe ich endlich nach draußen und hinunter ins Wohnzimmer. Dort sind Flo und Elly gerade in der Küche und ich sage ihnen nur schnell, dass ich ein bisschen nach draußen gehe. Ich will mir die Umgebung ein bisschen an sehen und etwas spazieren gehen. Vielleicht lerne ich auch einige der Nachbarn kennen und freunde mich mit einigen an, falls sie nett sind. Draußen ist ziemlich schönes Wetter, es ist heiß, der Himmel ist blau und es ist Juli. Ich beneide die anderen, die in der Schule sitzen überhaupt nicht und freue mich, dass ich jetzt in London bin. Erst gehe ich einige Schritte und sehe mir immer die Häuser der anderen an, sie sind fast genauso wie das Haus in dem wir wohnen. Noch sehe ich niemanden auf der Straße, aber es kommt sicher noch jemand. Neben manche Häuser gibt es kleinere und größere Gärten und ich sehe viel Grün, aber es gibt auch ziemlich viele Straßen. Es kommen viele Autos vorbei, doch niemand beachtet mich. Schnurstraks gehe ich weiter und sehe immer noch niemanden, eine Weile gehe ich einfach und treffe auch auf niemanden. Als ich zurück zum Haus gehe sehe ich, dass neben unserem Haus eine Villa steht. Sofort frage ich mich, wer wohl darin wohnt. Aber das kann ich auch meinen Vater fragen, immerhin hat er das Haus in der Fleet Street gemietet.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 11 Monaten, 1 Woche:

    Ich komme also nach Hause und sehe meine Eltern, die immer noch in der Küche sind und sie kommen mir vor, als wären sie nach einer langen Reise endlich wieder einmal nach Hause zurück gekehrt. Was mich wieder zu dem Gedanken zurück bringt, dass sie dieses Haus und diese Umgebung doch kennen. Vielleicht sollte ich einmal jemanden aus der Nachbarschaft fragen, ob sie Flo oder Elly kennen. Immerhin gibt es genug Leute, die sie kennen würden, wenn sie wirklich schon einmal hier gewesen sein sollten. Aber da ich schon einmal da war konnte ich sie eigentlich gleich selbst fragen. Doch ich habe im Moment keine Lust dazu und gehe auf mein Zimmer, wo ich mir schnell eine Sonnenbrille hole und dann wieder nach draußen gehe. Obwohl ich wirklich keine große Lust habe hier zu bleiben, würde es mich doch irgendwie jucken mir das ganze Haus einmal richtig an zu sehen. Ich habe noch genug Zeit neue Leute kennen zu lernen und immerhin weiß ich auch nicht, wie lange wir in London bleiben. „Wie lange bleiben wir eigentlich in London?“, frage ich meine Mutter als ich hinunter gehe. „Wir bleiben erst mal hier, ich denke, dass wir länger bleiben.“ Gerade als ich mir eine Limo aus dem Kühlschrank nehme kommt mein Vater bei der Tür herein und ich merke, dass ihn etwas bedrückt. Vielleicht denk er gerade an etwas, dass er erlebt hat oder so. Aber niemand will mir etwas sagen. Es kommt mir langsam wirklich so vor, als würden meine Eltern mir etwas verschweigen oder etwas verheimlichen. Ich weiß nur noch nicht, was es ist, aber ich werde es heraus finden. Und wenn ich mir etwas vornehme, dann klappt das auch, hoffe ich zumindest. Ich bin das ewige Schweigen leid und ich will endlich wissen, was sie mir nicht sagen wollen. Doch noch ist die Zeit nicht gekommen, um gewisse Fragen zu stellen. Aber meine Zeit wird noch kommen und dann werden sie mir nicht mit ausweichenden Antworten kommen können. Irgendetwas werde ich schon finden oder erfahren, das nehme ich mir selbst vor. Zuerst werde ich mir einmal das Haus vor nehmen, dann die Nachbarn und wenn ich dann immer noch nichts weiß, dann frag ich meine Eltern direkt. Also wartet ich bis es Abend wurde und genoss noch ein wenig Zeit in meinem neune zu Hause und meinem neues Zimmer. Wenn wir wirklich länger bleiben wollen, dann muss ich es mir bequem machen und ich habe auch schon viele von meinen Sachen umgeräumt oder irgendwo anders hin gestellt, weil sie mir wo anders besser gefallen haben. Das einzige was ich dann noch gemacht habe, war in meinem neuen Bett zu liegen und Musik zu hören. Und das mache ich jetzt immer noch, nur dass ich auf die Uhr schaue und es bereits zehn Uhr abends ist und ich aufschrecke. Ich hätte mir nicht gedacht, dass es bereits so spät geworden war, ich habe zwar gesehen wie es dunkler geworden ist. Aber naja, dass es schon zehn Uhr ist. Ich habe wohl die Zeit vergessen und immerhin bin ich auch erst später zurück gekommen. Auch jeden Fall sind meine Eltern sicher schon im Bett und schlafen, ich kann also ungestört durch das Haus streifen und mir ein Bild vom ganzen machen. Außerdem gibt es sicher irgendwelche Geheimtüren oder so was und die Vorstellung allein reizt mich schon so, dass ich sofort aufstehe. Ich nahm mir eine Taschenlampe, die zu meinem Glück in meinem Nachtisch lag und ich denke mir, dass ich sie vielleicht gebrauchen könnte. Vielleicht brauche ich sie aber auch nicht, dass weiß ich noch nicht und es könnte ja sein, dass ich sie brauche. Ich ziehe schnell meine Schuhe an und geh dann leise aus dem Zimmer, meine Tür lehne ich nur ganz leicht an. Dann schleiche ich durch den Flur und versuche so leise wie möglich zu sein, ich hoffe, dass mich niemand bemerkt oder so. irgendwie spüre ich, dass mich jemand bemerkt hat, aber ich sehe niemanden. Ich muss mich wohl getäuscht haben oder ich habe schon sowas wie Verfolgungswahn. Bei diesem Gedanken muss ich schon selbst lachen und ich schiebe ihn bei Seite, es ist einfach so, dass ich die Nachtgeräusche in diesem Haus nicht gewöhnt bin oder die Umgebung. Ich muss mich noch an mein neues zu Hause gewöhnen, wie gesagt es ist etwas schwer für mich. Ich gehe also den Flur entlang und sehe die anderen Zimmer, es sind eigentlich gar nicht so viele wie es den Anschein hat, denn die meisten sind entweder ein Bad oder eine kleine Abstellkammer. Wie gesagt gibt es auch in diesem Haus sehr viele Bäder und auch einige Gästezimmer, zwar nicht so viele wie in der Villa in Österreich, aber auch viele. Wenn man den Flur entlang geht kommt es einem so still im Haus vor, man hört überhaupt kein Geräusch. Der Mond leuchtet hell durch die Fenster, von denen es zahlreiche gab und die auch sehr zum Haus passen. Sie sind in dem gleichen Stil gemacht wie das Haus und man kann am Tag perfekt durch sie in alle möglichen Richtungen sehen, jetzt in der Nacht sieht man nur das Mondlicht durch die Scheiben scheinen. Es ist genug Licht, denn es ist Vollmond, doch trotzdem schalte ich meine Taschenlampe ein und kann so alles besser sehen. Ich bin jetzt sehr froh, dass ich mich dazu entschieden habe die Taschenlampe mit zu nehmen. Ich leuchte den Flur entlang und sehe die Wand die das Ende des Flures zeigt und will schon wieder umkehren, da ich denke, dass es dort sowieso nichts mehr Cooles zu sehen gibt. Doch mir fällt ein kleiner Tisch am Ende der am Ende des Flures steht, er steht nämlich nicht an der Wand gerade aus sondern an der rechten Wand und das wundert mich doch ein bisschen. Wieso sollte ein Tisch ausgerechnet an der rechten Wand stehen und nicht an der anderen Wand? Außerdem gibt es an der rechten Wand, wo eigentlich ein Fenster hätte sein solle, keines und das wundert mich mehr als der Tisch. Einige Minuten stehe ich unschlüssig im Flur herum, doch dann ging ich langsam zur Wand. Zuerst an die gerade aus, doch dort ist absolut nichts was irgendwie interessant wäre. Dann betrachte ich die rechte Wand und sehe tatsächlich etwas. Es sieht aus als wäre dort etwas, ich fahre mit der flachen Hand über die Wand und spüre etwas, das eigentlich nicht hier her gehören sollte. Das muss wohl eine Tür sein, eine geheime Tür. Diese wurde sicher von jemand anderem auch schon entdeckt und man hat versucht sie so gut wie möglich zu verstecken, was aber nicht sehr gut gelungen ist. Immerhin habe ich sie gefunden, aber ich habe ein seltsames Gefühl. Es war vorhin schon da, als ich umdrehen wollte und es sagte mir, dass es hier noch etwas Interessantes gibt. Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht und ich habe eine geheime Tür gefunden. Aber ich weiß noch nicht, wann ich mir das geheime Versteck – oder was auch immer hinter dieser Tür ist – ansehen werde. Auf jeden Fall nicht jetzt wo es so dunkel ist und dazu noch alle schlafen, wer weiß wie alt diese Tür schon ist. Sie könnte quietschende Geräusche von sich geben und jemand könnte auf wachen, dann wäre meine Geheimtür aufgeflogen. Meine Eltern würden sicher nach schauen gehen, was dahinter ist und es mir nicht verraten oder wie ich sie kenne, würden sie die Tür wahrscheinlich zumauern lassen. Ich muss also wieder kommen, wenn niemand außer mir im Haus ist.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 11 Monaten, 1 Woche:

    Eines Nachmittags habe ich großes Glück, meine Mutter ist gerade in der Stadt zum Einkaufen und mein Vater hat wieder eines seiner wichtigen Dinge, die er unbedingt und unverzüglich erledigen muss. So wie fast immer, wenn er etwas Wichtiges vor hat, aber oft kommt es auch vor, dass er nichts zu tun hat. Normaler weiße sind mir diese Tage – an denen er nichts zu tun hat – lieber, aber heute eben nicht. Immerhin habe ich ein kurbelndes Gefühl und das heißt etwas Gutes, denn meine Gefühle lassen mich nie im Stich. Manchmal ist es so, dass ich meine, etwas zu wissen, bevor ich es überhaupt begreife. Aber ich schiebe den Gedanken sofort wieder bei Seite und mache mich schnell auf die Socken und nehme – selbst jetzt bei hellem Tag – meine Taschenlampe mit. Draußen scheint zwar die Sonne und am Himmel gibt es keine einzige Wolke, aber man konnte nie wissen und ich könnte sie vielleicht gebrauchen. Da alle aus dem Haus sind kann ich ungestört und mit normaler Lautstärke durch den Flur gehen und muss nicht schleichen oder so was. Ich gehe also zur Wand und sehe die Tür sofort, ich habe mir die Stelle gut gemerkt an der sie ist. Ich schiebe den kleinen Tisch mühelos zur Seite und suche zuerst einmal nach einem Weg, die Tür zu öffnen. Auf der linken Seite der Tür ist eine kleine Erhebung und zuerst wundere ich mich, für was sie da ist. Doch dann drücke ich sie ein und die Tür öffnet sich ohne quietschen oder einen anderen Laut, einfach so. Ich hätte also auch in der Nacht durch die Tür gehen können, aber das ist jetzt sowieso nicht mehr relevant. Die Tür ist also offen, doch ich zögere noch einfach hinein zu gehen, denn es ist sehr dunkel. Zum Glück habe ich die Taschenlampe doch mit genommen, ich schalte sie ein und leuchte durch die Tür. So sehe ich, dass sich hinter der Tür kein Gang befindet sondern eine Treppe nach oben. Es muss wohl der Dachboden sein, oder so etwas Ähnliches. Langsam betrete ich die erste Stufe, sie knirscht und kracht und zugleich fällt mir ein, dass mich sowieso niemand hören kann. Ich gehe weiter hinauf und als ich oben ankomme, gibt es noch eine Tür vor mir, die den Raum abschließt. Ich hoffe, dass sie nicht verschlossen ist, denn ich wüsste nicht, wo sich der Schlüssel dazu befindet. Ich gehe über die Dielen und öffne langsam die Tür, zu meinem Glück ist sie offen und lässt sich auch leicht bewegen. Anders hätte ich sie sowieso nicht auf bekommen und hätte den Schlüssel suchen müssen. Doch ich habe keine Ahnung, ob es diesem überhaupt noch gibt. So bin ich einfach nur froh, dass die Tür offen ist und ich nicht länger über die anderen Möglichkeiten nachdenken muss. Ich betrete den Raum und sehe mich um, zuerst sehe ich einen großen Gegenstand, der in ein Tuch gehüllt ist. Sofort frage ich mich, was das wohl sein kann. Doch ich warte noch ein bisschen und sehe mich im Raum gründlicher um, vielleicht habe ich etwas übersehen. Im Raum steht jedoch nur dieses große Etwas in einem Tuch und sonst nichts, gar nichts. Da meine Neugier schon groß genug ist und ich wissen will, was unter diesem Tuch ist, gehe ich darauf zu. Ich bewege mich sehr elegant darauf zu und versuche nichts zu schnell zu sein, ich weiß ja nicht, was unter dem Tuch alles sein könnte. Einen Moment zögere ich noch, dann nehme ich das Tuch einfach und werfe es zu Boden. Ich kann nicht glauben was da vor mir steht. Es ist ein Spiegel, ein überdimensionaler Spiegel! Er ist so groß wie eine Tür und viel größer als jeder Mensch, seine Umrahmung hat viele Verzierungen. Doch es ist nur ein Spiegel und er sieht sehr alt aus. Just in diesem Moment frage ich mich, wieso es eine geheime Tür für einen einfachen Spiegel gibt. So etwas Besonderes ist er nun auch wieder nicht, außer dass er schön ist. Wieso sollte man so ein Trara um einen Spiegel machen? Dahinter muss mehr stecken als man meinen möchte. Ich muss nur heraus finden, was es ist und ich weiß auch schon ganz genau, wie ich das machen werde. Durch fragen, ich werde einfach meine Eltern fragen und sie werden mir die Fragen auch beantworten müssen. Denn ich werde mich nicht mit Ausreden begnügen, ich möchte endlich wissen, was hier los ist. Ich habe ein Recht darauf und ich weiß auch, dass sie mir etwas verschweigen. Ich warte also bis beide nach Hause kommen und sitze im Wohnzimmer auf dem Sofa bis sie kommen. Plötzlich öffnet sich die Eingangstür und Flo und Elly kommen gemeinsam durch die Tür, sie setzen sich zu mir. „Ich muss euch was fragen: Was hat es auf sich mit dem komischen Spiegel auf dem Dachboden, oder was auch immer das ist?“ „Das… woher weißt du eigentlich von dem Spiegel?“, fragte nun Flo. „Ich habe die Geheimtür gefunden und ich war neugierig was sich dahinter befindet, so bin ich einfach nach schauen gegangen und habe den Spiegel gefunden. Was soll das? Ich meine, das ist doch nur ein alter Spiegel, sonst nichts.“ „Du irrst dich, es ist viel mehr als du glaubst“, sagte Elly und sah meinen Vater an. Jetzt sieht er Elly an und sagt: „Wir müssen es ihr sagen, wir hätten es ihr schon viel früher sagen müssen.“ „Was denn?“, fragte ich erstaunt. Ich hätte nie gedacht, dass er so schnell einlenken würde und mir alles erzählen würde. „Das ist jetzt sicher nicht einfach für dich zu verstehen, aber du musst mir glauben.“ „Okay, ich höre dir zu.“ Elly geht inzwischen aus dem Raum, sie hat diesem Moment sicher schon lange mit meinem Vater besprochen. „Hannah, es ist so, dass… dass… Wir sind keine normalen Menschen, du nicht, deine Mutter nicht und ich auch nicht. Das klingt jetzt sicher etwas seltsam, aber du musst mir glauben. Ich weiß, dass du es nicht leicht hast und so, aber ich meine es ernst.“ „Aber, wenn wir keine normalen Menschen sind, was sind wir dann?“ „Also ich bin ein Unsterblicher, deine Mutter ist eine Vampirin – aber nicht so eine aus Gruselromanen – was du bist, weiß ich selbst noch nicht genau.“ Ich kann es nicht glauben, was ich da gerade gehört habe. Entweder ist mein Vater verrück geworden, oder er sagt die Wahrheit und das muss er wohl auch. Diese Geschichte ist viel zu unwirklich um sie zu erfinden. „Und was hat es mit dem Spiegel auf sich?“

  • Profilbild von susanstella sagte vor 11 Monaten, 1 Woche:

    Ich erfuhr absolut alles über Nigrande Profundo und auch Argentum Obducto, wie man dorthin kommt und auch, wer dort so lebt. Vor allem aber erfuhr ich die tragische Geschichte vom Tod meines Onkels, es wäre sicher cool gewesen, ihn einmal zu treffen. Mein Vater hatte mir auch erzählt, wie er und meine Mutter sich kennen gelernt haben und das ausgerechnet in der Schule. Er sagte auch, dass sie bereits mehrere Jahre alt wären und vielleicht sogar noch älter. Aber schließlich kam er dann zu den speziellen Fähigkeiten die er besitzt und ab da wurde es sehr seltsam. Ich weiß immer noch nicht, ob ich ihm nun glauben soll oder nicht, die ganze Geschichte klingt wirklich sehr abgefahren. Ich sitze in meinem Zimmer und denke darüber nach, was mir mein Vater gestern versucht hat schonend bei zu bringen. Ich wusste, dass ich nicht normal bin, aber jetzt weiß ich, dass ich mich darin vielleicht gewaltig getäuscht habe und es mein Vater ist, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Wenn ich so nach denke, komme ich sowieso nicht auf die Lösung des Problems, was nun die Antwort war. Ich würde es nie heraus finden, wenn ich nur auf dem Bett sitze und nachdenke, so löst man keine Probleme. Was mir mein Vater erzählt hatte war schon etwas seltsam, aber ich beschließe es einfach selbst heraus zu finden, ob seine Geschichten nun wahr sind oder nicht. Wenn es denn stimmt, was er mir gesagt hat, dann bin ich unverwundbar – aber in dem Sinn, dass meine Wunden in wenigen Minuten verheilen und man nicht einmal die kleinste Narbe davon sieht. Nur das kann ich heraus finden, die anderen Sachen stellen sich erst später heraus und sollte es wirklich so sein, dann stimmen auch die anderen Geschichten. Also nehme ich ein kleines Messer, das auch in meiner Nachtischlade liegt, und halte es hoch. In der Sonne glitzert das Silber des Messers und ich zögere noch ein wenig mich selbst zu verletzen, wenn jemand das jetzt sehen würde, würde er meinen ich hätte irgendwelche Probleme. Zur Vorsicht nehme ich noch einen alten Fetzen aus einem Schrank an der Wand und lege ihn unter meine Hand, ich zittere, in der rechten Hand das Messer. Schnell ziehe ich die Klinge über die linke Handfläche und zucke im ersten Moment zusammen, da die Klinge doch etwas schärfer ist als ich gedacht hätte. Schnell balle ich meine Hand zu einer Faust und sehe, wie ein kleiner Rinnsal aus Blut hinunter läuft. Dann sehe ich meine Hand an und sehe den Schnitt, der schon beim Verheilen ist. Ich denke mir, dass das gar nicht möglich ist und sehe, wie die Wunder vor meinen Augen verschwindet. Einige Minuten später, sieht man nichts mehr davon und meine Haut ist wieder makellos wie zuvor. Ich kann es nicht glauben! Alles was mein Vater mir erzählt hat stimmt also und auch, dass ich so etwas wie eine Vampirin bin, nur viel cooler. Das ist etwas ganz neues für mich, aber so erklärt sich viel und dass meine Eltern nicht normal sind, das wusste ich ja schon lange. Endlich weiß ich auch, wieso wir so viel Geld haben, uns alles Mögliche leisten und mein Vater trotzdem noch zur Arbeit geht. Mein Vater war zu seiner Jugendzeit ein berühmter Musiker und das ist mittlerweile auch schon länger her, dass letzte Mal als er ein wirklicher Musiker mit einem Hit war, war vor siebzehn Jahren gewesen. Mir wird bewusst, dass er das aufgeben muss – zumindest für eine Weile – damit seine Tarnung als normaler Mensch nicht auffliegt. Immerhin kannte ihn zu seiner Glanzzeit fast die ganze Welt und immerhin sieht er selbst jetzt nicht älter als zwanzig aus. Das hat mich aber noch nie gewundert, ich habe es einfach hin genommen. Jetzt weiß ich allerdings, wieso das so ist und ich frage mich, wie alt er wohl in Wirklichkeit schon wäre. Aber wahrscheinlich würde er jetzt gar nicht mehr leben oder so. Was mich aber wundert ist, dass mein Onkel Nick tot sein soll. Da ich jetzt weiß, was meine Familie wirklich ist – und auch meine Tante Tina und ihr Mann Fred – fällt es mir schwer zu glauben, dass Nick wirklich tot ist. Nach allem was ich erfahren habe… Aber erst einmal möchte ich gerne wissen, welche speziellen Fähigkeiten ich so habe. Immerhin weiß ich, dass ich Blut brauche und das mindestens einmal in der Woche, aber ich weiß von meiner Mutter, dass ich das von Tieren trinken kann. Das klingt beim ersten hören vielleicht nicht ganz normal, aber wir sind ja auch keine normale Familie und meine Mutter hat sich schon vor langer Zeit dazu entschlossen, keine Menschen um zu bringen. Man hört immer in den Gruselgeschichten von Vampiren, aber dies sind gewiss nicht die reellen Vampire wie es sie wirklich im Verborgenden gibt. Mir wird erst jetzt klar, wie irreal und seltsam dieser Gedanke klingen muss, besonders für normale Menschen. Aber man muss schein Schicksal akzeptieren lernen und schließlich wollte ich nie wirklich normal sein, ich wollte immer schon anders sein. Oft war es nur ein Gedanke, aber jetzt weiß ich ganz sicher, dass ich anders bin und vielleicht hätten andere auch davon geträumt so zu sein. Aber es ist meine Bestimmung ein Vampir zu sein, ich war noch nie normal und ich werde es nie wieder sein. Vielleichte hätte mich dieser Gedanke vor ein paar Jahren noch schockiert – selbst da bin ich mir nicht sicher – und doch bin ich froh darüber, endlich verstehe ich mich selbst. Endlich versteh ich alles und sogar meine Eltern, was ich mir nie gedacht hätte. Ich stehe in meinem Kleiderschrank und sehe in den Spiegel, ich sehe zwar nicht dass ich mich verändert habe, aber ich spüre es. Nun möchte ich auch einmal die andere Welt sehen und durch den Spiegel gehen, oder eher das Portal. Alles was ich bis jetzt über Nigrande Profundo weiß, ist dass, was mein Vater mir erzählt hat und das reicht mir nicht, ich möchte es selbst sehen. Außerdem lebt dort ein Teil meiner Familie und ich möchte sie unbedingt kennen lernen, auch Andreas. Und Fred genau so, er war einmal der beste Freund meines Vaters. Es ist für mich einfach etwas ganz neues, dass ich jetzt auch noch eine Tante und einen Onkel habe und dazu sogar noch einen Großvater. Außerdem ist die Vorstellung dass hinter einem Spiegel eine ganze Welt sein soll sehr fiktiv und auch ziemlich verrückt. Diese Welt sollte auch noch ganz anders sein, als diese Welt und dort soll es Wesen geben. Übernatürliche Wesen und sowas wie Vampire oder Unsterbliche, sowas wir mich gibt es nur ganz selten. Normaler weiße bekommen Vampire keine Kinder, da sie meistens ihre Partner töten oder keinen verletzen wollen. Da das zu oft passiert gibt es nur sehr wenige Kinder von Vampiren und die meisten Vampire wurden so geschaffen wie in den Gruselromanen, das muss aber noch lange nichts heißen. Denn man wird auch mit einem Vampir- Ritual zum Unsterblichen. Nicht durch einen Vampir, sondern durch einen Unsterblichen versteht sich, aber sonst ist es zirka das Selbe, was mich schon sehr wundert. Aber wer hat denn schon gesagt, dass irgendetwas normal wäre? Immerhin gab es sowas wie Urvampire und die gibt es vielleicht sogar noch heute, aber niemand hat sie bis heute gesehen.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 11 Monaten:

    Die folgenden Tage verwende ich für die Erkennung meiner Fähigkeiten, ich möchte endlich wissen, was ich sonst noch kann. Außerdem, dass ich unsterblich bin und Blut trinken muss und andere Menschen in einen Vampir verwandel könnte, wenn ich wollte. Sonst fällt mir leider nichts mehr ein, was Vampire noch können, aber mein Vater sagte mir schon, dass wir nicht so sind wie die Fabelwesen oder Übernatürlichen Wesen in den Romanen. Die meisten Geschichten stimmen nicht, aber es gibt einiges, das tatsächlich der Wahrheit entspricht. Und ich habe mir auch einige Vampirbücher gekauft und lese diese ausführlichst, ich schreib mir einige Notizen heraus und versuche dann, ob es bei mir auch so ist. Zum Beispiel die Geschichte mit dem Spiegel, ich hab verstanden wieso die Vampire – in den Büchern – sich selbst nicht im Spiegel sehen, aber ich sehe mich immer noch im Spiegel. Aber es kann sein, dass ich noch etwas mehr zum Vampir werde – immerhin bin ich immer noch im Wachstum – und sich etwas ändert, jedoch glaub ich nicht daran, dass ich dann nie wieder mein Spiegelbild sehen werde. Auf jeden Fall kann ich das auf meiner Liste schon einmal als falsch abhacken, so wie die Angst vor fließendem Wasser. Trotz dem ganzen falschen Theorien in den Büchern denke ich mir nicht, dass Vampire tatsächlich gegen Licht empfindlich sind. Doch da habe ich mich getäuscht, ich muss erkennen, dass das Sonnenlicht in meinen Augen schmerzt und ich auch bei schwachem Licht eine Sonnenbrille tragen muss. Das ist jedoch kein Problem, denn ich werde schon eine passende Ausrede erfinden können. Es stimmt auch, dass das Sonnenlicht einen Vampir verbrennen kann, aber nur wenn er länger ohne Schutz in der Sonne steht – das weiß ich von meiner Mutter. Vampire können auch nicht durch einen Pflock durchs Herz getötet werden, wie mein Vater erfahren hatte. Auch nicht durch einen Gegenstand aus Silber, durch gar nichts, wovon man weiß. Es gibt nicht allzu viele Vampire und die meisten leben verstreut in der Welt, viele leben in Nigrande Profundo. Bis jetzt weiß ich nur von einem anderen Vampir, der in Argentum Obducto lebt und der ein guter Freund unsrer Familie ist. Er soll gut mit meinem Großvater Don befreundet sein, natürlich kenn ich die Vorgeschichte gut. Mein Vater hat mir alles erzählt.
    Auch von seinen Kräften hat er mir erzählt und ich finde das total cool und deshalb möchte ich heraus finden, welche Kräfte ich selbst habe. Bis jetzt habe ich nur darüber philosophiert, was von den Geschichten über Vampire wirklich stimmt. Auch die Geschichten von Vlad Tepes oder eher Vlad Dracula habe ich gelesen, so wie auch Nosferatu. Ich denke mal, dass diese Geschichten nicht stimmen werden, auf jeden Fall nicht in dieser Bedeutung. Aber was weiß ich denn schon, immerhin war ich nicht dabei und kann es nicht sagen. Genau so wenig, wie die meisten Menschen, die sich Geschichten ausdenken oder so was. Was ich bis jetzt über meine Fähigkeiten heraus gefunden habe, ist nicht sehr viel aber immerhin schon ein kleiner Anfang. Wahrscheinlich ist es so, dass mein Gefühl mir immer sagt, was Richtig ist und was nicht. Ich kann schnell laufen, das heißt ich bin in einer Minute da und in der anderen Minute bin ich schon an einem anderen Ort. Außerdem kann ich noch ein Feuer entzünden, wenn ich es will. Ich schnippe einfach mit dem Fingern und schon brennt eine Kerze – wenn ich sie in der Hand halte. Das ist vielleicht noch nicht alles, aber für heute lasse ich es gut sein und gehe wieder nach drinnen. Zu meinem Glück gibt es hinter dem Haus einen kleinen Garten mit dem riesigen Baum, dort sieht mich niemand. Wenn ich etwas ausprobieren möchte, dann mache ich das meist dort. Aber meistens sitze ich nur auf der Treppe vor der Terrassentür nach draußen und notiere mir – in einem kleinen Notizbuch – alle Sachen, die wichtig sein könnten. Zum Beispiel steht dort drin, dass mir Sonne nicht schaden kann, wenn ich eine Brille trage und meine Augen schütze. Mein letzter Punkt ist das mit den Fähigkeiten, die versuche ich zumindest jeden Tag zu trainieren. Es nützt mir viel, denn ich habe etwas zu tun und ich kann meine vollen Kräfte endlich einmal erforschen. Vor allem machte es mir Spaß zu wissen, dass ich nicht wie jeder x Beliebige bin und etwas Besonderes bin, dass sich vielleicht andere wünschen würden. Wahrscheinlich sehen sich die meisten Teenys oder Kinder einen Vampirfilm an oder lesen ein Buch und stellen sich dann vor, wie es wohl wäre wirklich einer zu sein. Oder zumindest einen kennen zu lernen, der einen dann verwandelt und man könnte dann ewig mit ihm zusammen sein. Ja, viele träumten nur von so einem Leben und sehnten sich in einsamen, dunkeln Nächten einen Vampir. Auch die Vorstellung, Jahrhunderte zu überdauern und zu zu sehen, wie die Welt sich veränderte, war eine große Verlockung. Man würde wissen, wie die Zukunft ist, die man sich vorgestellt hat. Aber das schönste wäre immer noch, einen Mann an seiner Seite zu haben, der niemals sterben konnte und man selbst starb auch nicht. Wie man an mir sieht, können Vampire sogar Kinder bekommen. Also war so ein Vampirleben nicht schlecht. Ich kann am meisten verstehen, warum manche Menschen die Abwechslung brauchen und kein normales Leben wollen oder sich gar kein normales Leben mehr vorstellen können. Ich hatte mir immer ein aufregenderes Leben gewünscht, in dem auch ab und zu einmal etwas passiert. Plötzlich bin ich eine Vampirin und meine Eltern sind übernatürliche Wesen, es gibt ein anderes Universum hinter einem Spiegel und ich habe noch mehr Verwandte – die auch irgendwelche Wesen sind. In dem anderen Universum leben auch Wesen wie ich oder meine Eltern, sogar mein Onkel Nick lebte lange Zeit dort. Nun ja, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir die Veränderungen nicht gefallen würden. Aber was mich schockiert, ist immer noch der Tod meines Onkels. Manche Dinge kann man wohl nicht ändern, aber immerhin kann ich noch meinen Großvater besuchen und meine Tante und den besten Freund meines Vaters, Fred. Dazu muss ich aber erst zum Spiegel gelangen und vielleicht ein paar Sachen mit nehmen. Ich werde aber zuerst meinen Eltern erzählen, wohin ich gehen würde. ich halte das zwar für keine so gute Idee, aber immerhin denke ich mir, dass sie mich gehen lassen werden. Vor allem möchte ich unbedingt nach Nigrande Profundo und ich werde auch dorthin kommen, es ist mir egal ob mit oder ohne die Erlaubnis meiner Eltern. Wenn sie mir nicht erlauben sollen, zu reisen, dann werde ich mich einfach in der Nacht davon schleichen und gehen. Aber ich muss mir noch überlegen, was ich nach Argentum Obducto mit nehmen werde. Also gehe ich zurück ins Haus und schließe die Tür hinter mir sorgfältig zu, dann gehe ich die alte Treppe hinauf zu meinem Zimmer. Ich nehme meine Umhängetasche, stopfe mein Notizbuch und einen Stift hinein. Dann nehme ich noch eine paar Kerzen mit – die ich im Notfall anzünden kann – und mache die Tasche zu.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 9 Monaten, 4 Wochen:

    Ich gehe also durch den Geheimgang zum Dachboden und stelle mich zuerst einmal vor den Spiegel. Einige Minuten zögere ich noch, was würde passieren? In meinem Kopf sind einige Fragen, die ich mir noch nicht beantworten kann und ich weiß auch, dass ich unbedingt nach Nigrande Profundo und Argentum Obducto möchte, doch ich habe ein wenig Angst im Spiegel zu reisen. Doch dann überwinde ich mich und gehe langsam durch den Spiegel hindurch, vor meinen Augen wird es schwarz und ich glaube schon, dass es ewig dauern würde, bis ich wieder etwas sah. Plötzlich stehe ich auf einem Berg, oder einem Hügel und sehe hinunter auf ein Dorf – Argentum Obducto. Ich frage mich, wieso man auf diesem Berg landet, wenn man durch den Spiegel reist und auch, wieso es hier so anders ist als bei uns. Der Himmel hat eine andere Farbe, so scheint es und die ganze Farbenwelt scheint intensiver geworden zu sein. Die Blumen auf der Wiese duften herrlich und sehen auch ganz seltsam aus, so wie von einer anderen Welt. Ich muss lachen, da ich gerade daran denke, dass Nigrande Profundo ja auch eine andere Welt ist und ich das vergessen habe, dass es mehr gab als nur Menschen auf der Welt. Auch in dieser Welt gab es wahrscheinlich mehr als nur normale Menschen und ich freue mich schon darauf, einen Teil meiner Familie kennen zu lernen. So gehe ich also hinunter in das Dorf, auf das ich vom Hügel aus sehen kann und freue mich schon darauf, endlich andere übernatürliche Wesen kennen zu lernen, die so sind wie ich oder auch anders. Ich spaziere ganz gemütlich den Berg hinunter und entdecke einen kleinen Pfad, auf dem ich bis ins Dorf gelangen kann, ich sehe mich überall um und betrachte alles genauestens. Einiges ist so anders als in meiner Welt, doch irgendwie kommt es mir bekannt vor und im nächsten Augenblick weiß ich auch woher: mein Vater hat irgendwo ein Foto von diesem Ort, ich habe es einmal gesehen. Es wundert mich, dass er ein Foto davon hat und es mir nicht gezeigt hat um seine Wort zu bestätigen, doch es sah schon ziemlich alt aus als ich es damals fand. Nun ja, nun weiß ich ja, dass er die Wahrheit gesagt hat und ich wirklich unsterblich bin und es diesen Ort hinter dem Spiegel wirklich gibt. Ich kann es zwar immer noch nicht fassen, aber langsam gewöhne ich mich an den Gedanken hier vielleicht sogar einmal zu leben oder so. Ich gehe also weiter und erreiche das Dorf oder die Stadt Argentum Obducto. Mein Vater hat mir erzählt, dass alles hier wunderschön wäre und die Häuser anders als bei uns, doch das erste was ich sehe sind Trümmer und ruinierte Straßen. Es gibt nur wenige Häuser, die noch stehen und kein einziges, bei dem nicht irgendetwas fehlt. Alles sieht nach einer großen Schlacht aus, so als ob irgendetwas diese Stadt getroffen hätte. Auch jeden Fall sieht es nicht danach aus, als ob ich hier jemanden finden würde oder als ob hier jemand wäre, den ich fragen könnte was passiert ist. Ich frage mich übrigens, was es genau war, das diese Stadt zerstört hat oder wer. Doch lange stehe ich nicht mitten auf dem ehemals großen Platz herum, es ist etwas deprimierend die Stadt zerstört zu sehen, obwohl ich nie gesehen habe, wie sie früher ausgesehen haben muss. So gehe ich weiter und suche nach Häusern, die nicht völlig zerstört sind und sehe hinein. In den meisten Häusern ist niemand und so gehe ich weiter, ich hoffe darauf jemanden zu finden, der mir weiter helfen könnte. Es sieht jedoch so aus, also ob niemand hier wäre und ich denke mir schon, dass ich jetzt irgendwie wieder zurück nach Hause gehen muss, ohne irgendwen besucht zu haben. Plötzlich sehe ich noch ein kleines Häuschen, das etwas abseits der Stadt steht und das nicht sehr zerstört aussieht, nur ein wenig. Schnell laufe ich zu dem Haus, das von näherem eigentlich sehr groß aussieht und stelle mich davor um ein paar Minuten nach zu denken. Plötzlich steht hinter mir jemand, ich kann genau hören wie er atmet und bin verwundert, dass mein Gehör so fein ist. Langsam drehe ich mich um und sehe meinen Vater hinter mir, ich bin etwas geschockt, dass er plötzlich hinter mir steht und ich bin verwirrt. „Was… was machst du hier? Wie hast du mich gefunden?“ „Ich dachte mir schon, dass du hier her willst um zu sehen, wie es hier ist. Aber ich hätte mir nicht gedacht, dass alles hier verwüstet ist und zerstört.“ „Ich auch nicht… und ich frage mich die ganze Zeit: wer war das? Und wieso ist hier niemand?“ „Komm! Lass uns jemanden suchen, der etwas gesehen haben könnte.“ Nachdem er das gesagt hatte gehe ich zur Tür und klopfe, er steht hinter mir und sieht sich in der Stadt um, die nun in Trümmern liegt. Sein Gesichtsausdruck ist erstaunt und wir können beide kaum glauben, dass alles hier zerstört ist. Ihm muss es noch schlimmer vor kommen als mir, immerhin war er schon öfter hier als ich. Wahrscheinlich kommt es ihm wie ein schlechter Witz oder ein schlechter Traum vor und er kann es gar nicht glauben. Doch während ich darüber nachdenke, kommen schnelle Schritte in die Nähe der Tür und ich bereite mich schon darauf vor, dass jeden Moment die Tür auf geht. Es tut sich nichts und ich gehe einen Schritt zurück, plötzlich merke ich, dass mein Vater weg ist und so drehe ich mich um, um zu sehen wo er denn hin ist. Ich sehe ihn vor einem Haus stehen, dass total in Trümmern ist und wo sicher niemand mehr drin ist. Er steht einfach nur dort und schaut das Haus entgeistert an, ich vermute, dass er denjenigen kannte, der darin einmal wohnte. Plötzlich höre ich, wie hinter mir die Tür des Hauses aufgeht und so drehe ich mich zu dem Hausbesitzer um, ich hätte nicht erwartet, dass noch jemand in diesem Haus wohnt. Obwohl es eigentlich recht verschon geblieben ist, so fehlt doch ein großer Teil des Daches und es gab praktisch kein Glas mehr in den Fenstern. Der Hausbesitzer fragte: „Kann ich dir helfen?“, und trat aus dem Schatten des Hauses. Es ist ein recht großer Mann, mit blondem Haar, blauen Augen und er sieht aus als wäre er gerade erst 20 geworden oder vielleicht etwas jünger. Er sieht wirklich gut aus, aber irgendetwas kommt mir an ihm bekannt vor, obwohl ich ihn noch nie gesehen habe. „Ja, einen Moment bitte.“ Doch als ich mich schon um drehen will, um meinen Vater zu rufen, da höre ich ihn schon zu mir kommen, er muss wohl gesehen haben, dass jemand die Tür geöffnet hat. Plötzlich steht er wieder hinter mir und das Gesicht des unbekannten Mannes spiegelt erstaunen. Mein Vater fragt unterdes hauchend: „Nick? Aber wie…?“

  • Profilbild von susanstella sagte vor 9 Monaten, 3 Wochen:

    Ich bin total geschockt als mein Vater diesen Namen ausspricht und ich starre den Mann vor mir an, dieser sieht meinen Vater auch ganz verwirrt an. Ich bin auch total verwirrt, denn mein Vater hat diesen Mann angesprochen und ihn anscheinend erkannt. Doch mein Vater hat ihn Nick genannt, das ist doch der Name meines Onkels, der angeblich tot sein sollte. Auch mein Vater sieht verwirrt aus und so glaube ich, dass er diesen Mann verwechselt haben könnte. Doch dann sagt dieser: „Ja, das ist mein Name. Aber wer sind Sie, wenn ich fragen darf?“ Mein Vater sah ihn verwirrt an und sagte: „Erkennst du mich denn nicht?! Ich bin es! Dein Bruder, Florian und das ist meine Tochter Hannah.“ „Kommt rein! Ich erkläre Ihnen… dir alles“, sagte Nick nun gelassen. Wir gehen also zu Nick ins Haus und ich denke mir, dass ich endlich meinen Onkel kennen lerne, aber ich wundere mich auch, wieso er noch lebt. Mein Vater hat mir alles erzählt, die ganze Geschichte und auch, dass es seine Schuld gewesen wäre, dass sein Bruder tot ist. Doch nun steht er lebendig und ohne irgendeinen Kratzer vor uns und mein Vater starrt ihn ziemlich verwundert an, ich kann ihn verstehen. Das muss ein großer Schock für ihn sein, da er so viele Jahre dachte, dass sein Bruder tot wäre, sein kleiner Bruder und Jahrelang hat er sich die Schuld an Nicks Tod gegeben. Nun aber scheint es ihm gut zu gehen und wir gehen durch das Haus und setzen uns zu ihm in ein Zimmer. Das Haus hat eigentlich auch keine großen Lücken und das wundert mich doch, weil alle anderen Häuser fast oder ganz zerstört sind. Das schrägste ist aber immer noch, wieso Nick seinen eigenen Bruder nicht erkennt und ich möchte endlich wissen, was seine Erklärung dafür ist. So setze ich mich einfach auf einen Stuhl und warte auf seine Erklärung. „Ich muss etwas länger ausholen, um euch klar zu machen, wieso ich nichts mehr weiß. Es war so, dass ich so etwas wie eine Amnesie habe, nur dass ich einiges noch weiß. Wie zum Beispiel, dass ich hier aufgewachsen bin und dass ich einen Vater habe. Außerdem wusste ich auch, dass ich nicht wie jeder normale Mensch bin und ich wusste, wo der letzte Spiegel auf der Erde war. Sonst wusste ich nicht viel, ich konnte mich nicht einmal an meine eigene Schwester erinnern oder daran, wie ich plötzlich in England gelandet bin. Ich war nämlich in einem Krankenhaus im Nirgendwo, ich wusste nicht wieso ich dort war und sonst wusste es auch niemand. Man hatte mich irgendwo gefunden, im Wald und irgendwer brachte mich ins Krankenhaus. Die Leute dort merkten zum Glück nicht, dass ich anders war und als ich in einem dieser furchtbaren Betten lag wusste ich es selbst noch nicht. Ein Arzt sagte mir, dass ich eine leichte Gehirnerschütterung hätte und dass ich wohl einige Wissenslücken haben würde. Nach ein paar Tagen wusste ich ziemlich viel wieder und so versuchte ich eben, wieder hier her zu kommen und meinen Vater zu suchen, von dem ich wusste. So ging ich also zu dem Haus in dem der Spiegel ist und reiste hier her um meinen Vater zu suchen. Von ihm wollte ich mehr wissen, mehr über mich selbst und mehr über ihn und mehr über mein früheres Leben, einfach mehr über alles Mögliche. Als ich jedoch hier an kam war alles so, wie es jetzt ist und ich suchte mir einfach ein Haus, das nicht so verwüstet war und richtete mich hier ein. Nach ein, zwei Tagen ging ich auf die Suche nach Don und seinem Schloss, aber dort war niemand, nichts. Ich fragte mich also, wo er wohl sein konnte und kehrte wieder zurück in dieses Haus. Hier fand ich auch niemanden und so wartete ich einfach einen Tag und da stehst du plötzlich vor meiner Tür und sagst mir, dass du mein Bruder bist. Was soll ich jetzt denken?“ „Ich bin dein Bruder, das stimmt. Du bist jünger als ich und ich habe dich sehr lange nicht mehr gesehen..“ „Wenn du mich so gut kennst wie du behauptest, dann verrate mir bitte eine Sache“, sagte Nick anschließend. „Ja, ich beantworte dir alle Fragen.“ „Wie kam ich nach England, ich meine, was habe ich dort gemacht? Und was ist passiert weswegen ich eine Gehirnerschütterung habe?“ Das sind genau die Fragen die ich schon befürchtet habe und ich frage mich, wie mein Vater seinem Bruder den Unfall erklären wird. Er sieht nicht sehr Glücklich über diese Fragen aus und ich denke mir schon, dass er nicht lügen wird. „Es ist alles meine Schuld, es tut mir so leid! Ich dachte, du wärst tot und ich dachte, ich hätte dich für immer verloren. Es war ein Unfall… ein schrecklicher, schrecklicher Unfall und ich war daran schuld“, fing mein Vater an und erzählte Nick dann die ganze Geschichte. Ich finde es sehr mutig von ihm, dass seinem Bruder zu sagen und Nick sagt darauf auch, dass er ihm verzeihen konnte. „Du weiß also nicht wo unser Vater ist? Ich meine Don oder Andrej?“ „Wer ist…?“ Mein Vater unterbricht ihn mit einer Geste der Hand und sagt: „Bevor du fragst wer Andrej ist möchte ich dir nur sagen, dass er der beste Freund von Don ist. Und jetzt werden wir die Beiden suchen, du musst nicht mit kommen, wenn du nicht willst.“ „Ich komme auf jeden Fall mit, ich möchte meinen Vater wieder sehen und ich möchte wissen, was hier passiert ist.“ „Dann gehen wir also… warte Mal! Wo sind Tina und Fred?“ „Wer?“ „Unsre Schwester und ihr Mann, mein bester Freund. Ach, vergiss es! Wir gehen einfach bei ihrem Haus vorbei, wenn wir nur wüssten, wohin wir gehen müssen.“ „Gehen wir also“, sagte ich zu meinem Vater. „Warte Mal, eine Frage hab ich da doch noch“, sagte Nick plötzlich. „Ja?“, sagte Florian. „Sie ist deine Tochter und so meine Nichte, wer ist deine Freundin?“ „Meine Frau, ich bin verheiratet. Eilen, du kennst sie aber ich weiß nicht ob du dich an sie erinnerst.“ „Elly? Meine Elly? Aber wie, wir waren doch einmal zusammen?!“ „Ihr habt euch schon lange getrennt, wir sind schon so lange verheiratet und zusammen. Aber ja, ihr wart einmal zusammen. Ist das jetzt geklärt?“ „Ja.“ Also gehen wir zu dritt weiter und versuchen, in irgendeine Richtung zu gehen. Mein Vater möchte seine Schwester, also meine Tante und meinen Onkel finden oder suchen, Nick und ich wissen nicht wohin. Zuerst gehen wir in die falsche Richtung, da mein Vater schon so lange nicht mehr hier war und jetzt alles anders aussieht, aber dann korrigiert er sich und wir sind wieder richtig.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 9 Monaten, 1 Woche:

    Nach einer halben Stunde gehen tun uns schon die Füße weh und wir verlangen eine Pause, doch mein Vater möchte weiter gehen. So spazieren wir also mit schmerzenden Füßen weiter und hoffen, dass wir bald das Haus meiner Tante erreichen. Als wir so durch die Natur und Städte – oder Dörfer – gehen, erzählt mein Vater viel von der Zeit mit Nick. Da dieser vieles nicht mehr weiß und noch einige Wissenslücken hat, erfreuen ihn diese Geschichten genauso wie mich und er erfährt auch viele neue Dinge. Ich weiß so wenig aus dem Leben meines Vaters und es hat mich zuvor auch nicht wirklich interessiert, da ich immer dachte, dass er ein Langweiler wäre, aber jetzt wüsste ich gerne mehr. Seine Geschichten sind so interessant, wie er meine Mutter kennen lernte und sich verliebte und was er nicht so alles erlebt hatte mit Andrej, seinem Freund. Oder mit Fred, seinem besten Freund und wie er ihn zu etwas gemacht hatte, dass so war wie er selbst. Ich finde es auch sehr gut zu wissen, wie mein Vater erfuhr, dass er ein Unsterblicher ist und das er versucht hatte, meine Mutter zu schützen. Das zwischen den Beiden ist eine echt schöne Liebesgeschichte und ich finde es gut, dass die Beiden zusammen gekommen sind. Immerhin lieben sie sich noch heute und ich liebe sie, ich könnte mir nicht mehr vorstellen andere Eltern zu haben und doch erinnere ich mich an die ganzen Vampirgeschichten, die ich einmal gelesen habe. Darin konnten die Vampire keine Kinder bekommen, weil bei ihnen alles eingefroren blieb oder so, also einfach keine fruchtbaren Eizellen mehr zu Stande kamen, wie konnte es also möglich sein, dass es mich gab? „Vater? Kann ich dich mal etwas fragen?“ „Ja, sicher. Frag nur“, antwortet er und kommt zu mir. „Ich habe einmal gelesen, dass Vampir keine Kinder bekommen könnten und meine Mutter ist doch eine von ihnen, oder?“ „Ja, Elly ist ein Vampir. Aber ich bin ein Unsterblicher und in den meisten Büchern kommen nur Vampire vor. Es gibt auch andere Wesen und das mit den Kindern bekommen haben wir uns auch zuerst gedacht, bis sie schwanger wurde. Doch wir wurden eines besseren belehrt und haben heraus gefunden, dass nur Vampir mit Vampiren keine Kinder bekommen können, mit anderen Wesen aber schon. Das sind dann meistens Halbvampire und Halb was auch immer, so wie du und sie haben auch verschiedene Merkmale.“ Ich verstehe das und bedanke mich bei ihm, dass er mir das erzählt hat und so geht er wieder voraus, denn weder Nick noch ich kennen den Weg. Obwohl Nick sich schon an seine Schwester Tina erinnern kann, wenn auch nur ein wenig, so weiß er den Weg zu ihrem Haus doch nicht. Wir gehen noch ein paar Schritte und plötzlich bleibt mein Vater stehen und ich laufe fast in ihn, da ich nicht gemerkt hatte, dass er dort stand. Ich bemerke es in einem Moment und bleibe abrupt stehen, ich wundere mich allerdings, wieso er stehen geblieben ist und sehe mich gründlich um. Wir sind auf einem steilen Hügel angelangt und hinter uns liegt einen steile Straße, doch vor uns ist ein kleines Häuschen. Dieses ist auch so zerstört wie die anderen in Argentum Obducto und nur noch der Grundriss steht davon, das ganze Dach ist weg und in den Wänden gibt es einige Lücken. Mein Vater sieht ganz geschockt aus und ich vermute, dass das Haus meiner Tante war. Neben diesem Haus gibt es einen Wald und auf der anderen Seite geht eine Straße weiter. So gehen wir also nach einigen Minuten weiter, oder eher hinunter und versuchen das Haus so schnell wie Möglich zu erreichen, ich weiß schon, was uns erwartet. Doch ich habe so das Gefühl, dass mein Vater trotzdem dort hinein gehen wird und mein Gefühl täuscht mich nicht, er geht hinein und ich folge ihm. Drinnen sieht alles verwüstet aus und die meisten Möbel sind zerstört, auf dem Boden liegt eine graue Schicht und darin ein paar Trümmer. Mein Vater steht entsetzt im Raum und sieht verzweifelt aus, dann bückt er sich nach etwas das auf dem Boden liegt. Es ist ein Foto in einem zerstörten Bilderrahmen, ein Foto von einer hübschen Frau und einem gut aussehendem Mann. Sie sehen sehr Glücklich aus und es ist ein Hochzeitsfoto von den Beiden, zur Erklärung: die Frau ist meine Tante Tina und der Mann ist ihr Ehemann Fred. „Was ist hier passiert?“, flüsterte mein Vater. Nick geht zu ihm und legt ihm die Hand auf die Schulter, dann dreht sich Florian um und geht zusammen mit Nick und mir wieder hinaus. Das ist besser als noch länger dort drin zu stehen und alten Erinnerungen nach zu hängen, die vielleicht schmerzhaft sind. Auch die Wahrheit ist ziemlich Schmerzhaft, zum Beispiel das Tina und Fred weg sind und niemand weiß, wo sie sind. Für mich allerding ist es nicht so schlimm wie für Florian und auch Nick, denn immerhin ist Tina ihre Halbschwester und Fred ist der beste Freund meines Vaters. Ihr Verschwinden muss ein großer Schlag ins Gesicht gewesen sein für die Beiden und dann auch noch keine einzige Spur von den Beiden zu haben. Es muss wirklich hart für die Beiden sein, aber wir müssen weiter und auch die Beiden verstehen das gut. Immerhin haben wir noch viel zu erledigen und wenn wir Glück haben, dann finden wir Tina und Fred, vielleicht auch andere aus Argentum Obducto. Alles in allem gehen wir weiter und mein Vater blickt noch ein letztes Mal zu dem Haus zurück, nach einigen Minuten geht auch er weiter und wieder führt er uns. Da wir also nun vor einer riesigen Straße und einem riesigen Wald stehen und nicht wissen, in welche Richtung wir gehen sollten stehen wir wohl noch etwas länger herum und überlegen, was wohl das Beste ist oder zumindest wäre. Auf jeden Fall entscheidet sich Florian für den Wald, er geht Schnurstraks darauf zu und wir folgen ihm einfach. Inzwischen kenne ich meinen Onkel schon etwas besser und weiß auch viel über ihn – obwohl er selbst nicht mehr viel von sich selbst weiß. Eigentlich habe ich vor ihn noch einige Dinge zu fragen während wir so durch den Wald gehen, doch plötzlich kommt es mir komisch vor. An diesem Wald ist etwas sehr komisches, doch ich weiß noch nicht wieso und ich hoffe, dass wir bald aus dem Wald heraus kommen. Wir gehen also weiter und immer weiter und sehen nur Bäume vor uns, der Weg ist ziemlich steinig und plötzlich wird neben mir ein Geräusch laut und ich bleibe stehen. Äste knarren und brechen, etwas hastet durch den Wald… jemand. Es klingt wie ein gejagtes Tier, oder sogar ein Mensch der gejagt wird und ich glaube, er kommt näher. Ich blicke mich in alle Richtungen um, sehe aber trotzdem nichts und drehe mich um. Plötzlich sehe ich eine Lichtung vor mir und jemand steht dort, von einem auf den anderen Moment ist die Vision verschwunden. Ich weiß noch alles und sehe die Lichtung genau vor mir, sie muss hier irgendwo sein. Der Gejagte läuft immer noch durch den Wald und keiner von uns weiß, wo er sich gerade befindet und doch weiß ich genau, wo er hin will. Er muss sich in diesem Wald gut auskennen, ich drehe mich also wieder um und gehe vorwärts. Ganz nach meinem Gefühl gehe ich einfach weiter, durch Gebüsch und Sträucher und plötzlich stehe ich auf dieser Lichtung. Es ist eine Wiese wie ein runder Kreis und darum stehen Bäume, es gibt nur wenige Blumen und einige Büsche stehen etwas abseits der Lichtung. Langsam gehe ich in die Mitte der Lichtung und warte, hinter mir kommen Florian und Nick aus dem Wald und sehen sich auf der Lichtung genauso um wie ich. Als sie fertig sind und zu mir kommen müssen wir nur noch warten.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 9 Monaten:

    Es dauert gar nicht lange und wir stehen auch nicht stundenlang herum und warten, sondern nach ein paar Minuten höre ich wieder diese seltsamen Geräusche. Jemand kommt näher und ich bin mir ganz sicher, dass er bald kommen muss. Plötzlich werden die Geräusche jedoch leiser und scheinen sich zu entfernen, ich denke schon, dass er sein Ziel geändert hätte. Doch als ich es schon gar nicht mehr erwarte kommt plötzlich eine Gestalt aus dem Wald gesprungen und steht mit dem Rücken zu uns. Florian und Nick sehen total verblüfft aus, doch ich habe das schon erwartet und so frage ich mich nur, wer das wohl sein kann vor uns. Er sieht sich im Wald um, sieht sich die Gegend an und bleibt mit dem Rücken zu uns gedreht stehen, er weiß offensichtlich nicht, dass noch jemand hier ist und auf ihn gewartet hat. „Verzeihen Sie mein gnädiger Herr, aber wer sind Sie?“, fragt Florian höflich aber diskret. Zuerst scheint es so, als habe der Mann diese Frage nicht gehört oder als wolle er nicht antworten. Doch mit einem Mal dreht er sich um, richtet sein zerzaustes Haar und lächelt uns an. Sein Gesicht kommt mir irgendwoher bekannt vor und auch seine Art sich zu kleiden ist sehr elegant, er sieht aus wie ein Gentleman und als ich Florian und Nick fragen ansehen will, sehe ich, dass sie total verblüfft aussehen. „FRED?“, fragen beide uni sono und mich schauderte es. Das sollte Fred sein, der Fred! Ich kann es nicht glauben, er steht vor mir, ist der perfekte Mann und steht unversehrt vor mir. Sein schwarzes Haar liegt wieder perfekt nach hinten und er sieht wieder ganz wie neu aus, von einer Verfolgung keine Spur. „Wen haben wir denn da? Florian? Nick? Seit ihr es wirklich?“, fragt Fred nun. Er ging auf die Beiden zu und umarmt zuerst Nick, ich verstehe nicht ganz wieso, aber dann geht er zu meinem Vater und umarmt diesen wie einen alten Freund, was dieser auch war. Dann kommt er zu mir, gibt mir die Hand und ich spüre etwas seltsames, dann umarmt er mich auch und tritt wieder einen Schritt zurück. An Florian gewannt fragt er: „Wer ist sie? Sie ist eine Halbunsterbliche.“ „Fred, das ist meine Tochter Hanna“, stellt mich mein Vater vor. „Du weißt ja, dass Elly und ich verheiratet sind und naja, mehr brauch ich wohl nicht zu erläutern.“ „Aber jetzt hätte ich mal eine Frage“, werfe ich nun meinerseits ein. „Ja, Hannah…?“ „Also ich Freds Hand berührte spürte ich so ein seltsames Gefühl und danach wusste ich, dass er genauso war wie Nick und du. Was war das?“ Mein Vater erklärt mir alle Einzelheiten genau und ich verstehe endlich, wieso Fred das gemacht hat. Das ist alles zwar etwas schwer zu verstehen am Anfang, doch ich verstehe es und ich kann es jetzt auch selbst ausprobieren. Also kann ich testen, wer einer von uns ist und wer nicht, ich beschließe also von nun an jedem zuerst die Hand zu geben um zu sehen, ob ich demjenigen signalisieren kann, dass er zu mir gehört. Das ist etwas eigenartig, doch was soll man schon erwarten, wenn man halb Unsterblich und noch dazu eine halbe Vampirin ist? Ich meine, in meinem Leben gibt es schon genug Dinge, die verwirrend sind und die vielleicht niemand sonst verstehen würde. Plötzlich wird mir bewusst, dass ich niemals einen normalen Freund haben werde, geschweige denn einen normalen Mann, denn auf solche kann ich mich nicht einlassen. Ich werde ewig leben und diese wahrscheinlich nicht lange genug… doch mein Vater hat mir erzählt, dass er und Fred beste Freunde sind und das schon seit ewigen Zeit und schon, seit dem sie sich kennen. Kennen gelernt haben sie sich in der Schule und da muss Fred doch ein normaler Mensch gewesen sein, oder etwa nicht? Ich beschließe, meinen Vater einmal danach zu fragen, ob Fred einst ein Mensch gewesen war, oder vielleicht sollte ich Fred gleich selbst fragen. Immerhin ist er mein Onkel und er kennt meinen Vater ziemlich gut und wie es scheint meine Mutter auch. „Fred, kann ich dich mal was fragen? Unter vier Augen?“,sagte ich dann entschlossen. Er kommt auf mich zu bedeutet Nick und Florian mit einer Geste, sich zu entfernen, dann fragt er: „Was willst du denn wissen?“ „Warst du… warst du einmal ein Mensch? Ich meine, ein normaler Mensch, ohne Fähigkeiten oder gewisser Kräfte?“ „Natürlich war ich einmal ein Mensch, wie andere auf der Erde auch und ich ging mit anderen Menschen zur Schule, ganz normal, aber das ist schon lange her.“ „Und, was hat sich geändert?“ „Nun ja, ich traf deinen Vater. Das war die größte Veränderung in meinem Leben, auch wenn ich es damals noch nicht wusste. Aber als ich ihn kennen lernte freundeten wir uns sofort an und das begleitet uns jetzt schon so lange, ich war auch dabei als er deine Mutter kennen lernte und auch bei seinem großen Liebeskummer wegen ihr. Damals war ich sein Manager und sein bester Freund, ich ging mit ihm sogar auf Reisen und wir unternahmen viel gemeinsam. Bis ich eines Tages erfuhr, was er war. Ich meine, was er wirklich war und wie er wirklich war und so verwandelte er mich auch in einen von unsrer Art. Er hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin und durch ihn lernte ich auch Tina kennen.“ Das hilft mir sehr viel weiter und ich weiß jetzt auch viel mehr als vorher und auch über meinen Vater. Ich kann nicht glauben, was Fred und er nicht alles gemeinsam gemacht haben, das muss sicher viel gewesen sein. Und auch meinem Vater war es zu verdanken, dass Fred Tina kennen gelernt hatte, sie ist Florians Halbschwester und wenn er sie nicht zusammen geführt hätte, dann wäre Fred jetzt vielleicht nicht mehr unter uns. Auf jeden Fall hatte mein Vater viel für seinen besten Freund getan und dieser würde ihm das auch nie vergessen, das weiß ich genau. Umso schmerzlicher ist es für Fred, dass seine Frau nun nicht mehr bei ihm ist und mir fällt in diesem Moment auch ein, dass er uns noch gar nichts erzählt hat. Vielleicht weiß er ja etwas und wir haben ihn gar nicht gefragt, das müssen wir sofort nachholen und so gehe ich zu meinem Vater und schlage ihm vor, dass sofort zu machen und ihm erscheint es auch das Beste zu sein. „Wir gehen weiter! Da vorne kommt bald der Ausgang aus dem Wald, da können wir dann ein wenig rasten“, sagt mein Vater und wir machen das, was er sagt.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 8 Monaten, 4 Wochen:

    Es dauert nicht lange und wir erreichen den Waldrand und ich merke auch, dass es bereits ein wenig dunkler wird. Ich hoffe, dass mein Vater daran gedacht hat so etwas wie Geld mit zu nehmen, oder womit man auch immer in diesem Land zahlt, so könnten wir irgendwo ein Zimmer mieten, falls es überhaupt irgendwo in der Nähe ein Gasthaus gibt oder so etwas ähnliches. Als wir endgültig aus dem Wald heraus kommen stehen wir auf so einer Art Hügel und unter uns ist ein Tal mit einigen wenigen Häusern, meine Befürchtungen lösen sich in Luft auf. Dort gibt es sicher ein Gasthaus oder zumindest ein Haus, in dem wir übernachten können oder jemanden, der uns aufnimmt über die Nacht. Ich möchte schon weiter gehen und sehe schnell zu meinem Vater hinüber, dieser rührt sich jedoch keinen Zentimeter und weder Nick noch Fred tun das, sie sehen einfach nur hinunter ins Tal und stehen da wie festgefroren. Ich sehe einen schmalen Pfad, dieser führt bis ganz hinunter ins Tal und endet dort irgendwo, ich kann nicht sehen wo. Ich möchte schon dorthin gehen und einfach hinunter ins Tal gehen, da sagt mein Vater: „Warte!“ und so bleibe ich stehen. „Wir haben aber einen weiten Umweg gemacht! Beim nächsten Dorf liegt Dons Schloss doch gar nicht, normaler weiße sieht man es gar nicht und es ist eigentlich weiter weg. Das dachte ich zumindest, oder irre ich mich?“, Nick klingt ein wenig verwirrt. „Nein, du hast dich nicht geirrt. Das Schloss unsres Vaters müsste eigentlich nicht hinter dem nächsten Dorf kommen, sondern davor. Entweder wir sind im Wald falsch abgebogen, oder wir haben etwas anderes falsch gemacht. Sonst sind wir doch immer gleich nach dem Haus von Tina und Fred die Straße entlang gegangen und haben es dann sofort erreicht. Durch den Wald allerding, bin ich auch erst einmal gegangen und habe es auch sofort erreicht.“ „Ich würde sagen, wir fragen im Dorf nach, ob die wissen, wie man zum Schloss kommt. Dort dürften alle wissen welches Schloss gemeint ist, oder wir erklären ihnen wie es aussieht“, schlägt Fred vor. Mein Vater hält diesen Vorschlag für klug und außerdem muss er auch erkennen, dass es bereits dunkler wird und wir irgendwo übernachten müssen. So gehen wir hinunter ins Tal und ich sehe mich dort um, es sieht ein wenig so aus wie Argentum Obducto. Ich frage mich, ob die Städte oder Dörfer hier eigentlich alle ein wenig einander gleichen und wieso. Aber das ist mir im Moment egal, immerhin sind die Leute hier auch nicht normale Menschen oder so, sondern übernatürliche Wesen und außerdem können sie leben, wie sie wollen. Als ich dies fest stelle fällt mir auf, dass dieses Dorf genau so aussieht wie Argentum Obducto, sehr viele Häuser sind zerstört und einige liegen in Trümmern, aber sehr viele stehen noch und diese sehen denen in Argentum Obducto sehr ähnlich. Vielleicht irre ich mich ja, denn ich war zu den Glanzzeiten der beiden Städte nicht dabei und habe diese nur halb zerstört gesehene, wahrscheinlich empfindet mein Vater das anders. Er geht sowieso gerade weiter und so folge ich ihm, auch Nick und Fred registrieren dass wir weiter gehen und schließen zu mir auf. Fred geht mit meinem Vater an der Spitze, denn er kennt sich hier noch besser aus als mein Vater und ich hoffe, dass er schon einmal in dieser Stadt war, oder sich zumindest ein wenig hier auskennt. „Da ist ein Gasthaus, vielleicht nehmen sie uns über die Nacht auf und können uns ein wenig weiter helfen. Falls überhaupt noch jemand hier ist.“ „Gehen wir rein“, schlägt Nick vor. Wir folgen seinem Vorschlag und gehen rein, ich bleibe im Eingang stehen und sehe mich um. Im Raum stehen einige Tische und ein Tresen, es sieht etwas alt aus aber angenehm und die Beleuchtung ist sogar elektrisch betrieben. Es gibt einige Lampen an den Wänden und auch einige Fenster mit spärlichen Vorhängen, doch im Großen und Ganzen sieht es hier nicht so schlimm aus wie außen. Hier drin ist noch alles heil und es gibt nur einige Spuren der Zerstörung, so wie die zerstörten Fensterglasscheiben und Fensterläden. Der erste Blick hier herein verrät einem nicht viel von den Umständen draußen, nur wenn man genauer hin sieht sieht man kleine Details. Doch was mich jetzt noch mehr interessiert ist, ob noch jemand hier ist und so sehe ich mich im vermeintlichen Schankraum um, doch hier ist niemand. In der Küche ist auch niemand und so gehe ich die Treppe hinauf, die wohl zu den Zimmern führen muss. Doch oben ist nur mein Vater, sonst ist niemand hier und Fred und Nick erkunden gerade, ob in dieser Stadt noch jemand ist. Mein Vater ist sichtlich enttäuscht davon, dass hier niemand ist und er geht lautlos an mir vorbei die Treppe hinunter. Ich will mich noch schnell davon überzeugen, dass wirklich niemand hier ist und so sehe ich in jedem Zimmer nach. Doch als ich fertig bin ist mein Ergebnis das Selbe: Hier ist niemand mehr und vielleicht war auch nie jemand hier, denn einige Betten sehen unbenützt aus und auf einigen liegt einen feine Staubschicht. Auf jeden Fall gehe ich wieder hinunter zu den anderen und ich weiß schon, dass sie auch niemanden hier gefunden haben, denn die ganze Stadt ist vermutlich leer. Ich weiß zwar nicht, was wir jetzt machen sollten, aber ich hoffe darauf, dass mein Vater eine Idee hat. „Kommt, wir gehen zurück zum Gasthaus und setzten uns dort an einen Tisch. Wir haben noch einiges zu bereden“, sagt mein Vater schließlich. Wir gehen also wieder zurück ins Gasthaus und setzten uns wahllos an irgendeinen Tisch, der ganz hinten in der Ecke. „Okay, und ihr seid euch sicher, dass hier wirklich niemand mehr ist?“, beginnt mein Vater. „Ja, es ist wirklich niemand hier Florian.“ „Fred, weißt du eigentlich irgendetwas über diese mysteriösen Angreifer?“ „Ja, ich habe sie gesehen…“ „Wirklich? Dann kannst du uns ja erzählen, wer sie sind.“ „Ja… nein, ich weiß nicht wer oder was sie sind. Aber ich kann euch zumindest sagen, wie sie aussehen.“ „Das hilft uns schon weiter, also?“ „Naja, sie hatten spitze Ohren und sahen aus wie Dämonen, einige hatten auch seltsame Augenfarben wie zum Beispiel rot und fast alle haben schwarze Haut und sind auch ziemlich dunkel gekleidet.“ „Ich weiß wer sie sind… und wo sie herkommen“, sagt Florian zaghaft.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 8 Monaten, 4 Wochen:

    Als Florian das sagt sind wir alle sehr erstaunt darüber, dass er diese Wesen kennt und außerdem weiß, wo sie herkommen. Wir sehen ihn erwartungsvoll an und wollen endlich wissen, was er alles weiß. „Jetzt las dir doch nicht alles aus der Nase ziehen! Was sind das für Wesen und wo kommen sie her?“ „Man nennt sie Scala und sie sind Schattenwesen, sie stammen aus einem Paralleluniversum so wie dieses hier. Nur dass dort nur Schatten existieren und kein Licht vorhanden ist, eigentlich sind sie eingesperrt und sie können nicht in diese Welt. Denn sie sind böse oder zumindest die meisten von ihnen und noch nie hat es jemand gewagt sie aufzuhalten oder sich ihnen in den Weg zu stellen.“ „Oh, Mann, das klingt ja nicht sehr viel versprechend. Was sollen wir jetzt tun?“ „Wir übernachten hier und morgen brechen wir in aller Früh auf und gehen sofort zurück zu Don, hoffentlich haben sie ihn nicht erwischt.“ Ich versuche mit dem Gespräch noch mit zu kommen, doch es ist ein Schock für mich, dass es noch eine Parallelwelt gibt die böse ist und deren Wesen jetzt hier ihr Unwesen treiben. Gleichzeitig frage ich mich auch, wie man sie aufhalten soll, wenn es noch niemand gewagt hat sich ihnen in den Weg zu stellen, aber wahrscheinlich hat mein Vater nur ein wenig übertrieben. Morgen würden wir zu Don gehen und wenn er noch da ist, dann können wir ihn zu diesen… Scalas befragen, vielleicht weiß er ja ein wenig mehr über sie als mein Vater. Obwohl ich Don noch nie gesehen habe, so weiß ich doch, dass er mein Großvater ist und somit der Vater von Florian und Nick, ich freu mich schon darauf ihn kennen zu lernen. Ich gehe wieder nach oben zu den Zimmern und suche mir eines davon aus, das dritte von links, denn es sieht von allen noch am Schönsten aus. Als ich fertig bin mir mein neues Zimmer aus zu suchen begutachte ich es. Es ist gar nicht mal so schlecht: ein kleines Bett, ein Tischchen, ein Fenster mit Vorhängen und eine Lampe. Es gibt sogar einen kleinen Schrank an der Wand unter dem Fenster, dieser ist zwar nur klein aber einige Sachen müssen dort wohl hinein gehen. Auf jeden Fall musste das eines der billigeren Zimmer sein, die es gab und somit auch nicht das Beste und vielleicht gibt es hier auch keine besseren Zimmer. Aber das interessiert mich jetzt eigentlich recht wenig, denn ich freue mich schon auf morgen, da treffe ich endlich meinen Großvater. Ich kenne jetzt schon einige Personen aus meiner Familie, zwar noch nicht richtig, aber ich weiß endlich mehr und mehr. Ich kann schon fast ein ganzes Bild vor meinen Augen sehen, jedoch fehlen mir noch einen Teile des Puzzles und ich hoffe diese zu finden. Als ich damit fertig bin mir darüber den Kopf zu zerbrechen setzte ich mich auf das Bett, das so einladend aussieht und sofort merke ich, dass es steinhart ist. Ich habe wohl doch keine so gute Wahl getroffen, doch das ist mir egal und ich lasse das einfach auf sich beruhen, immerhin ist noch nie jemand gestorben, weil sein Bett zu hart war. Außerdem will ich sowieso noch einmal hinaus gehen und mich draußen umsehen und mich überzeugen, dass wirklich niemand hier ist. Obwohl ich genau weiß, dass ich sowieso nichts und niemanden finden werde gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sich vielleicht doch jemand irgendwo versteckt haben könnte. So stehe ich also noch einmal auf, schließe die Vorhänge und gehe hinunter. Draußen ist es bereits dunkel und ich weiß nicht welche Uhrzeit ist, aber ich möchte trotzdem nach draußen gehen und nachsehen. Zu meinem Glück sind die anderen schon in ihren Zimmern und können mich nicht hören, außerdem öffne und schließe ich die Tür so leise, dass es niemand hört. In diesem Moment denk ich mir, wie überaus nützlich es doch sein kann eine Halbvampirin zu sein, die alles hört und sieht. So schließe ich die Tür sehr vorsichtig und versuche, nicht einmal ein einziges lautes Geräusch zu machen oder überhaupt irgendein Geräusch. Ich gehe die ersten Schritte noch total vorsichtig und leise, ich achte auf jedes noch so kleine Hindernis das mir im Weg liegt und verursache so keine Geräusche. So schleiche ich zum nächsten Haus und öffne dort die Tür, dieses Mal aber mache ich das normal und bemerke eine Minute später meinen fatalen Fehler, denn die Tür quietscht ganz fürchterlich und als sie offen ist sehe ich mich schnell nach links und rechts um und verschwinde dann im Inneren, ohne das mir ein menschliches Augen hätte folgen können. Trotzdem ich denke, dass mich niemand bemerkt hat sehe ich noch einmal aus dem Fenster neben der Tür und ich sehe mich natürlich gründlich um. Doch draußen ist wie erwartet niemand und so kann ich getrost mit meiner Suche Anfangen, obwohl das untere Stockwerk voll war von Trümmern vom oberen Stockwerk. Wo eigentlich der Boden des zweiten Stockwerkes sein sollte klaffte ein riesiges Loch und es sieht so aus, als wäre das Loch nicht nur dort sondern auch im Dach oder als wäre ein Pfeiler gebrochen. Wahrscheinlicher ist eher die zweite Möglichkeit und ich verschiebe das auf später, immerhin würde ich noch nach oben gehen, um auch dort nach zu sehen. Doch ich spüre sofort, dass niemand hier unten ist und so gehe ich sofort hinauf. Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht, ein Pfeiler ist gebrochen und das nicht einfach, weil er schon zu alt oder morsch war, sondern weil ihn etwas getroffen hat. Ein Geschoss ist zuerst durch die Wand eingeschlagen und hat dann den Pfeiler getroffen, dieser ist dann zusammen gebrochen und hat wohl den Boden hart getroffen, dessen Dielen allerdings schon ziemlich alt sein mussten und diese waren dann einfach zusammen gebrochen. Wenn man das alles so betrachtet, hatten die Scala nicht einmal so einen großen Schaden angerichtet, hätten sie anders gezielt wäre mehr zerstört worden. Auf jeden Fall hätte mehr passieren können und dieses Haus ist auch eines der wenigen, die noch am ehesten verschont geblieben sind von dem Angriff, der sicher nicht weniger zerstörerisch ausgefallen sein musste als der in Argentum Obducto. Doch was ich auch sofort bemerke ist, dass niemand hier oben ist und so beeile ich mich hier raus zu kommen und gehe in das nächsten Haus, auch dort ist niemand und in den übrigen Häusern auch nicht. Ich habe mir zwar schon gedacht, dass ich niemanden finden würde, aber ich hatte ein wenig Hoffnung darauf und jetzt weiß ich, dass sie alle fort sind und vielleicht auch nie wieder kommen. Meine einzige Hoffnung die ich jetzt noch habe ist, dass wir morgen Don finden, glücklich und gesund in seinem Schloss und dass er uns etwas mehr über diese Wesen erzählen kann. Ich sehe gerade zufällig den alten Brunnen der Stadt, um ihn herum mussten einmal sehr viele Bäume gestanden haben, doch jetzt lag dort nur noch eine Schicht Staub und verkohlte Überreste der einstigen Baumallee. Diese Stadt musste einmal wunderschön gewesen sein und voller Leben, doch jetzt ist sie nur ein Haufen Schutt und Asche und einiger Ruinen, die von den früheren Glanzzeiten erzählen. Ich frage mich allerdings, wieso diese Wesen eigentlich unser Volk bedroht oder wieso sie uns vernichten wollen. Ich weiß zwar, dass sie böse sind, aber mir war noch nie klar, wie man einfach unschuldige Menschen umbringen könnte oder sie zu etwas zwingen wollte, nur weil man selbst etwas haben will dass sie haben. Aber wie gesagt bin ich in diesen Dingen nicht so erleuchtet und weiß nicht so genau, was böse Wesen denken oder mit ihrem Handeln bezwecken wollen. Mit diesen Gedanken gehe ich zum Gasthaus zurück und wieder in mein Zimmer, das alles verrichte ich so lautlos wie möglich und ich lege mich auf mein hartes Bett.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    Ich muss wohl sofort eingeschlafen sein, denn als ich aufwache wird es gerade hell und normaler weiße bin ich kein Morgenmensch sondern eine Nachteule. Das helle Licht fällt durch die Vorhänge herein in mein Zimmer und ich bemühe mich aus dem Bett zu kommen, es fällt mir schwer weil das Bett so schön warm ist, andererseits ist es auch ziemlich hart und unbequem. Kurz erwäge ich die Vor- und Nachteile des Aufstehens und entscheide mich dann, es einfach zu tun. Da ich die Nacht über meine Klamotten an hatte muss ich mich jetzt nicht unnötig anziehen und gehe sofort hinunter, ich möchte ja gerne ins Bad gehen, doch leider gibt es keines und ich müsste mich hinter dem Haus mit kaltem Wasser waschen und dazu hab ich wirklich keinen Lust. Diese Leute sind schon komisch, sie haben elektrisches Licht aber kein Badezimmer, doch als ich unten ankomme ist mein Groll vergessen, denn an einem Tisch sitzen Florian, Nick und Fred und vertilgen bereits das Frühstück. Ich hole mir einen Stuhl vom Nachbartisch und setzt mich zu ihnen, sofort stellt mir Florian einen Teller hin mit Brot, Käse und sogar Schinken. Ich hätte nicht gedacht, dass ich überhaupt irgendetwas zu essen bekommen würde und so frage ich mich auch gleich, woher er das Essen hat. Da fällt mir ein, dass das ja ein Gasthaus ist und das es hier sicher auch eine Vorratskammer gibt, zu meinem Glück. Als ich mit essen fertig bin verkündet mein Vater: „Brechen wir auf!“ So tun wir das auch, wir verlassen nicht nur das Gasthaus sondern auch die Stadt und machen uns auf den Weg zu Dons Schloss, dass irgendwo zwischen dieser Stadt und Argentum Obducto liegen muss. Der Weg ist zwar nicht sehr interessant, es gibt sehr wenig was ich noch nicht gesehen hätte und so verbringe ich die Zeit schweigend und versuche mir etwas zu überlegen. Die Zeit vergeht schneller als ich denke und ehe ich mich umsehe stehe wir schon ganz in der Nähe von Dons Schloss, es ist ganz weiß und wunderschön. Ich kann darüber nur staunen, solange ich es sehe versuche ich heraus zu finden, wie viele Jahre alt dieses Gebäude schon ist. Aber ich komme einfach nicht darauf, wahrscheinlich ist es älter als ich denke und vermutlich ist es noch älter. Als wir eintreten kann ich gar nicht fassen wie groß es ist und wie prachtvoll, außerdem fällt mir auf, dass es keinerlei Spuren eines Angriffes aufweist und verschont worden ist. Gleichzeitig frage ich mich auch, wieso, aber das werde ich sicher noch erfahren. Wir stehen vor einer Tür und ich weiß nicht, wie wir ins Schloss hinein kommen sollen. Doch zum Glück hat Florian einen Schlüssel bei sich und er sperrt die große Tür auf, direkt dahinter befindet sich ein großer Saal in den wir gehen und wir nehmen auf den Stühlen Platz während Florian die Tür zu macht und auch zu uns kommt. Plötzlich höre ich Schritte, die näher kommen und auch mein Vater muss sie hören, denn er sieht verwundert aus. Man muss uns gehört haben, als herein gekommen sind und jetzt kommt jemand, ich frage mich nur wer. Dieser jemand kommt auf jeden Fall geradewegs auf uns zu und wir gleich da sein, mein Vater steht erwartungsvoll auf und er macht sich schon dazu bereit jemanden zu erschlagen oder so. Die Tür schwingt auf und herein tritt ein großer, gut aussehender Mann mit schwarzen Haaren und einem Lächeln als wäre heute der schönste Tag seines Lebens. „Florian, Nickolas! Ihr lebt noch, zum Glück… ich befürchtete schon das Schlimmste. Lasst euch in die Arme schließen“, sagt dieser seltsame Mann. Er geht auf Florian und Nick zu um seinen Worten nach zu gehen und umarmt beide, die Beiden sind sichtlich darüber erfreut diesen Mann zu sehen und ich wundere mich, wer er ist. „Fred, du bist auch da, das freut mich. Und wer ist das?“, nun kommt er auf mich zu und sieht mich ganz groß an. „Dad, das ist meine Tochter Hannah.“ „Ja, du hast mir von ihr erzählt und du wolltest ihr doch ein normales Leben gönnen, solange es geht. Nun seid ihr hier, das freut mich…“ „Dafür haben wir jetzt keine Zeit, Vater. Wir müssen reden und zwar sofort“ „Gut, kommt mit! Wir gehe in einen anderen Saal, hier ist es so unangenehm.“ Nur ein kurzer Wechsel von Zimmern und wir sind schon in einem anderen Saal, in dem ein Tisch mit vielen Stühlen steht. Diese sehen sehr bequem aus und der Tisch ist perfekt für eine Besprechung, auch zum Essen oder sowas. „Nehmt Platz“, beschwört uns Don und ich nehme sofort auf dem erst besten Stuhl Platz. Alle anderen setzten sich neben mich und so sitzen wir alle am Tisch und warten, bist Florian etwas sagt. „Vater, du kannst uns doch sicher etwas über die Scala erzählen, oder?“ „Nein… wie kommst du denn darauf?“ „Gib es auf, ich weiß von dem Spiegel der in ihr Paralleluniversum führt. Ich habe ihn einst auf deinem Dachboden entdeckt, du kannst dich nicht verleugnen. Erzähl uns alles!“, fordert mein Vater. „Okay, okay, ich sag’s ja schon. Einst vertraute man mir einen Spiegel an, ich wusste damals schon von den Portalen in die andere Welt, also auf die Erde. Ich hatte sogar schon einmal eines dieses Portal gesehen, aber dieser Spiegel war vollkommen anders und irgendwie auch dunkel. Damals war ich noch ein Jugendlicher und ich versteckte den Spiegel dort, wo ich hoffte, dass ihn nie jemand finden würde, nämlich auf dem Dachboden. Später als ich Anna kennen lernte wurde mir bewusst, dass ich absolut nichts über dieses unheimliche Ding wusste und das ich etwas darüber in Erfahrung bringen sollte. So ging ich in eine Bibliothek und las alles, was man über diesen Spiegel wissen musste in einem geheimen Buch, dass man nur mit dem geheimen Satz bekommt und zum Glück hatten mir die Ältesten dass noch gesagt. Auf jeden Fall weiß ich so alles darüber und ich werde es euch erzählen, hauptsächlich deswegen, weil ich dir noch sehr viel schulde Florian. Also durch diesen Spiegel kommt man in ein Paralleluniversum, dass gänzlich anders ist als unsere Welt oder gar die Erde. Dort gibt es nur Schatten und kein Licht, auf jeden Fall nicht unter dem Begriff unter dem wir es kennen. Wie dem auch sei: dort leben Wesen, wir nennen sie Scala doch wie sie wirklich heißen weiß niemand. Noch nie hat sich jemand ihnen in den Weg gestellt oder gar einem von ihnen gegenüber gestanden und hat das überlebt. Sie sind so ähnlich wie Vampire, sie brauchen Blut um überleben zu können, doch sie können kein Tierblut trinken, denn damit könnten sie nicht überleben. Sie brauchen also menschliche Opfer, einige Zeit überleben sie ohne Blut und dann fangen sie an aus zu trocken, doch das ist nicht ihr Tod. Dieses austrocknen ist eher wie ein Schlaf, aus dem sie erst wieder erwachen, wenn sie mindestens einen Tropfen Blut getrunken haben. Aber nun zu Vorgeschichte: Zuerst lebten sie friedlich in ihrem Land und wir in unserem, niemand wusste, dass es den anderen gab. Doch dann wurden die ersten Spiegel erfunden und plötzlich gab es mehrere Paralleluniversen, von denen eines die Erde war und das andere die Welt der Scala. Als einige unsere Leute diese Portale ausprobierten kamen die einen von der Erde zurück und erzählten uns von deren Wundern und von den Scalas kam niemand mehr zurück, man wartete eine Woche und dann passierte das unmögliche. Ein junger Mann kam zurück, er hatte nicht mehr sehr viel Blut im Körper und man konnte ihn nicht mehr retten. Mit seinen letzten Atemzügen erzählte er den Leuten, welche Gefahr hinter diesem Spiegel lagen und wie es ihm ergangen war, mit seinem letzten Atem verriet er uns ein Warnung nie wieder dorthin zu gehen. Er hinterließ uns diese letzte Warnung und so vernichtete man alle Spiegel bis auf diesen einen, denn durch diesen Spiegel kommt man nicht nur dorthin sondern etwas kann auch heraus kommen. Das ist bei allen Spiegeln so, durch den ersten kann man herein und herauskommen, es gibt nur einen Haken: um heraus zu kommen muss der Spiegel ein Teil verlieren. Dass heiß, es muss ein Stück heraus gebrochen werden oder etwas muss fehlen und deshalb konnte man den Spiegel nicht zerstören, sonst wären alle Kreaturen frei gekommen. So gab man mir den Spiegel um ihn auf zu bewahren, eigentlich wollte man ihn meinem Vater geben, aber dazu kam es nicht mehr.“ „Okay, ist das alles, was wir wissen müssen? Oder gibt es noch etwas?“ „Nein, das ist alles was ich euch sagen kann, mehr weiß ich auch nicht. Florian, wo ist eigentlich Elly? Ich habe sie schon so lange nicht mehr gesehen, wie lange ist das schon her, dass ihr das letzte Mal bei mir wart?!“ „Ja, das ist tatsächlich schon ziemlich lange her. Aber sie kommt morgen hierher, sie musste noch etwas erledigen und ich werde sie beim Hügel abholen und dann gemeinsam mit ihr wieder zu dir kommen. Dann erzählen wir ihr alles, was sie wissen muss und auch alles, was uns so passiert ist.“ Ich kann es nicht fassen, meine Mutter würde morgen auch hierher kommen und sie wusste noch nichts von den Umständen, die hier herrschen. Mir ist zwar klar, dass sie und Florian sehr viel älter sind als ich und dass sie schon sehr viel mehr zusammen durchgemacht haben als ich mir vorstellen kann, aber ich habe Angst um sie, um Beide. Denn ich weiß nicht, wie meine Mutter ohne Florian zu Recht kommen würde oder gar er ohne Elly, die Beiden haben schon so viel durchgemacht um zusammen zu kommen, das durfte ihnen nicht genommen werden. „Hast du denn noch genug Zimmer für uns alle?“, fragt Nick eher zum Spaß. „Ja, natürlich und eure Zimmer sind noch so, wie ihr sie verlassen habt. Hannah, du kommst mit mir! Ich gebe dir ein Zimmer, das dir sicher gefällt.“ Wir gehen einen lange Wendeltreppe hinauf, wo es nur einen langen Flur gibt mit ziemlich vielen Türen zu verschiedenen Zimmern. Don geht zu einer Tür, die er scheinbar wahllos ausgesucht hat und verrät mir, dass das mein Zimmer ist und dass ich gern Veränderungen anstellen könne. Als ich eintrete merke ich, dass Don nicht übertrieben hat und dass dieses Zimmer mir tatsächlich gefällt. Es hat mehrere Fenster mit blauen Vorhängen, blau ist übrigens meine Lieblingsfarbe und dann fällt mir auf, dass das ganze Zimmer blau eingerichtet ist. Als hätte Don gewusst, wie glücklich diese Farbe mich macht und so als habe er es extra für mich eingerichtet, als hätte er gewusst, dass ich einst kommen würde. Die Bettwäsche, die Lampen, das Tischdeckchen, die Wände, die Decke, der Boden und sogar einige blaue Kleider hingen im angrenzenden Schrank. Es war wunderbar und als ich die eine Tür öffnete und so in den Kleiderschrank kam, wo ich die Kleider entdecke, bin ich total glücklich, denn sie sind wunderschön und wie gemacht für mich. So gehe ich erfreut zu Bett und fühle mich total wohl in diesem Gebäude.

  • Profilbild von susanstella sagte vor 8 Monaten, 3 Wochen:

    aus Florians Sicht
    Ich gehe am frühen Morgen schon los und ich nehme Fred mit, meinen besten Freund mit dem ich schon so viel erlebt habe und der mir in so vielen Dingen weiter geholfen hat und das eigentlich noch immer für mich macht. Nur dass ich jetzt Frau und Kind habe und er auch seine eigene Familie hat und dass ich bis jetzt versucht habe Hannah ein normales Leben zu bieten, ein Leben dass ich nie wirklich hatte. Es hat allerding sein Gutes, dass wir jetzt hier sind: Ich habe Fred wirklich total vermisst und ich hätte nie erwartet, dass Nick noch lebt. Ich dachte immer, dass ich für seinen Tod verantwortlich war aber nun ist er bei mir und er ist mein kleiner Bruder, den ich immer lieben werde. Es ist mir schwer gefallen ihn nicht mit zu nehmen, doch ich will nicht so viele Leute dabei haben und eigentlich will ich auch viel lieber alleine zu meiner Frau gehen um sie ab zu holen, aber leider sind die Zeiten jetzt gerade etwas schlecht und es ist vielleicht nicht so klug allein zu reisen, wo doch die Scala ihr Unwesen hier treiben. Ich habe keine Angst um mich selbst, aber mein Vater hat darauf bestanden, dass ich jemanden mit nehme. Aber einmal abgesehen davon habe ich Angst um Elly, sie kommt jetzt hierher und es ist doch so gefährlich, ich will sie nicht verlieren. „Gehen wir denn durch den Spiegel?“, fragt mich Fred. „Ja, natürlich. Ich weiß, wo er ist und ich habe auch gesehen, dass Nicks Haus noch steht. Sobald wir wieder im Schloss sind, müssen wir Don davon berichten, dass der Spiegel noch dort ist.“ Wir gehen also zurück nach Argentum Obducto und der Anblick ist immer noch so verheerend wie vor zwei Tagen und es schockt mich immer noch. Ich habe gedacht, dass es mir jetzt nichts mehr ausmachen würde, weil ich die Schäden schon alle gesehen habe, aber das ist immer noch schlimm. Die große Zerstörung und wenn ich mich daran erinnere, dass einmal so viele Leute hier gewohnt haben, die jetzt alle fort sind und das vielleicht für immer. Immerhin wissen wir nicht, was die Scala mit ihnen gemacht haben oder immer noch machen. Um auf andere Gedanken zu kommen gehe ich nun zu Nicks Haus und stelle fest, dass es wirklich fast noch steht. Es hat einige Spuren des Angriffes und so hoffe ich, dass der Spiegel wirklich noch da ist. Leider täuscht mich meine Hoffnung, denn als ich den Dachboden betrete steht dort kein Spiegel und als ich das Haus durchsuche finde ich auch nichts, absolut nichts. So bleibt mir nichts anderes übrig als zu warten und hier zu bleiben, solange bis Elly endlich auf dem Hügel erscheint und ich sie wieder küssen kann. Ich kann es nicht ertragen lange von ihr getrennt zu sein, vor allem nicht, weil es mich an eine sehr schlimme Zeit erinnert. Aber da ich genug von dieser Erinnerung habe gehe ich hinaus zu Fred und will ihm gerade sagen, dass der Spiegel nicht im Haus ist, als ich sehe, dass jemand auf dem Hügel erscheint. Ich habe das noch nie zuvor beobachtet und es kommt mir jetzt noch sehr viel seltsamer vor, ein seltsamer Nebel kommt auf und so gehe ich aus der Stadt hinaus und Fred folgt mir, er ist nur wenige Schritte hinter mir. Ich sehe Elly, sie steht auf dem Hügel und ich bin schon in ihrer Sicht, sie hat mich auch schon gesehen und lächelt mich an. Als plötzlich Fred hinter mir stehen bleibt und ich mich frage, was los ist und selbst stehen bleibe. Da sehe ich, wie eine seltsame dunkle Gestalt auf Elly zugeflogen kommt und hinter ihr landet. Ich möchte ihr zu schreien, dass sie weg laufen soll, doch ich bin gelähmt vor Angst. Der Scala hat eine gewaltige Armbrust in der Hand und zielt damit von hinten auf Elly, die noch nichts bemerkt hat, denn sie lächelt noch immer. Doch dann packt das Wesen sie und als ich nur den winzigsten Schritt mache hält das Wesen die Armbrust auf mich gezielt und drückt ab. Das letzte was ich höre ist ein schriller Schrei des Entsetzens, der wohl von Elly stammt und was sie schreit verstehe ich auch, sie schreit meinen Namen. Doch dann sehe ich vor meinen Augen nichts mehr, meine Sinne verlassen mich und ich spüre nur noch Schmerzen, vor allem dort wo mich der Pfeil getroffen hat. Das letzte was ich mitbekomme ist, wie ich zusammenbreche und dieses Wesen Elly dabei zu sehen lässt, dann breche ich endgültig zusammen und verliere das Bewusstsein. Als ich wieder erwache ist das erste woran ich denke Elly, meine Elly, die von einem dieser grauenhaften Wesen entführt wurde. Mein letzter Gedanke, bevor ich zusammen brach, galt Elly und so ziemlich alle meine Gedanken sind bei Elly. Ich liebe sie eben immer noch so wie am ersten Tag, als ich sie das erste Mal sah und deswegen werde ich auch alles tun, um sie wieder zurück zu bekommen. Und wenn ich alles sage, dann meine ich auch alles und selbst, wenn ich dabei sterben würde, was eigentlich nicht möglich ist. Aber auf keinen Fall überlasse ich meine Geliebte Eilen diesen Wesen, die sie verletzen könnten oder noch schlimmeres. Bei diesem Gedanken zieht sich in mir alles zusammen und ich verspüre Schmerzen in der Nähe meines Herzens. Ich öffne die Augen und sehe, dass ich in einem Zimmer des Schlosses meines Vaters liege, im Zimmer sitzen Fred und meine Tochter Hannah. Als ich die Augen öffne bemerkt Fred das zuerst und ruft auch die anderen herein, obwohl damit nur Don und Nick gemeint sind. „Was… was ist passiert?“, frage ich mit unsicherer Stimme, eigentlich will ich es gar nicht wissen. „Der Scala hat dich mit seiner Armbrust erschossen, er hat dich nahe am Herzen getroffen und du hättest vielleicht sterben können. Hätte der Pfeil dich zwei Millimeter tiefer getroffen, wärst du jetzt vielleicht tot und das hat dieses Wesen ganz genau gewusst. Vielleicht denkt er ja, dass du tot wärst aber er wollte dich töten“, erklärt mir Fred und alle anderen sehe nicht sehr begeistert von dieser Tatsache aus. Ich schlage die Bettdecke zurück und wo eigentlich das Einschussloch des Pfeiles hätte sein müssen war gar nichts, nicht einmal eine kleine Narbe. „Wie lange lag ich schon bewusstlos hier herum?“ „Einen Tag, einen ganzen Tag und wir haben nicht gedacht, dass du noch mal aufwachst, denn der Pfeil hat dir wirklich eine schlimme Wunde zu gefügt. Diese war nach Minuten schon verschwunden, jedoch warst du bewusstlos und du hast im Schlaf geredet und du hast immer nur Elly gesagt.“ „Was? So lange schon? Ich muss aufstehen, wir müssen uns einen Plan überlegen, wie wir Elly retten können. Wir müssen… AU!“, als ich versuche auf zu stehen versetzt mir etwas einen Stich in mein Herz und Nick kommt zu mir, um mich zu beruhigen und legt mich mit sanfter Gewalt zurück ins Bett und beschwört mich liegen zu bleiben. Er will mir etwas zu trinken bringen und ich soll mich ausruhen. „Aber ich kann mich nicht ausruhen, wenn ich nicht weiß, wie es ihr geht. Ich kann sie nicht verlieren, nicht noch einmal und außerdem müssen wir auch Tina befreien. Fred, du verstehst mich doch, oder?“ „Natürlich, seit ich weiß wie schrecklich diese Wesen sind, möchte ich meine Tina nur wieder zurück haben. Ich möchte sie in die Arme schließen und endlich wieder küssen, Hauptsache sie ist weg von diesen schrecklichen Wesen.“ „Ja, aber sei doch vernünftig Florian, es bringt Elly nichts, wenn du dich fertig machst“, beschwört mich mein Vater. Er macht sich wirklich besorgt um mich und ich sehe auch Nick und Hannah an, dass sie sich Sorgen um mich machen. „Wie wäre es, wenn wir diesen Plan hier schmieden und du noch diesen Tag hier im Bett bleibst?“, schlägt Fred vor. So setzen sich die anderen auf einen beliebigen Stuhl um mein Bett herum, Don hat Papier und einen Bleistift in der Hand. Er will alles aufschreiben, was uns so einfällt und vielleicht können wir ja daraus noch etwas verwenden. Wir überlegen lange und kommen doch immer wieder zu einem Ende, wie dieser Plan nicht klappen könnte. Immerhin könnte ziemlich viel schief gehen und wir müssen auf passen, dass wir nichts falsch machen, sonst sterben vielleicht einige Leute. Offensichtlich wissen diese Wesen, wie man Unsterbliche tötet und andere Wesen vermutlich auch. Der Pfeil, der auf mich geschossen wurde war kein normaler Pfeil einer normalen Armbrust, sondern er war vergiftet gewesen und das spüre ich jetzt. Denn immer wenn ich mich aufsetzten will versetzt mir etwas einen Stich ins Herz und das tut oft so weh, dass ich mich nicht weiter bewegen möchte. Aber nach einigen Stunden haben wir einen Plan.