City of God 2002

City of God

 

Ein Filmbericht von User-Reporter “stefan26

Als Filmliebhaber weiß ich bei den meisten Hollywoodfilmen spätestens nach einer halben Stunde, wohin der Hase läuft. Deshalb mag ich Filme wie City of God, auch wenn ich die wahren Zustände in der Stadt Gottes beängstigend finde. Denn was die Jugendlichen in den Vororten von Rio de Janeiro als nächstes tun, weiß niemand. Sie greifen so schnell zu Drogen und Pistolen wie hierzulande die Kids zu Süßigkeiten und Spielzeugpistolen. Trotzdem lernt man, auch dank des Off-Erzählers mit der soften Stimme von Sänger Xavier Naidoo, Mane, Buscape und die anderen Jungs aus den Favelas schnell kennen. Tatsächlich sind die meisten von ihnen keine Schauspieler, sondern Bewohner der gewalttätigen City of God. Vielleicht ist der auf einem Tatsachenbericht basierende Film von Regisseur Fernando Meirelles (Der ewige Gärtner) deshalb so authentisch und zugleich virtuos. Zumindest würde ich sonst nicht glauben, mit welcher Brutalität sich kleine Kinder bekriegen können. Okay, die Handlung spielt in den 1960er bis 1980er, aber hat sich tatsächlich in den Vororten der brasilianischen Metropole heutzutage etwas geändert? Oder gibt es immer noch so jemanden wie Löckchen, der zu seinem 18. Geburtstag beschließt, der coolste Drogendealer der Stadt zu werden, und genügend schießwütige Kids findet, um die bestehende Drogengang auszulöschen. Trotz brutaler Gewalt ist City of God großes Kino und bietet anhand des Hauptdarstellers Buscape einen kleinen Hoffnungsschimmer. Denn mit reißerischen Fotos über den Drogenkrieg gelingt ihm als Fotograf bei einer Zeitung, die Flucht aus der Stadt Gottes. Genial gefilmt und sinnbildlich für das Leben jedes einzelnen dieser Jugendlichen ist die Eröffnungssequenz von City of God: Als ein Hühnchen, das geschlachtet werden soll, die Flucht gelingt, ist die ganze aufgebrachte Meute hinter dem armen Tier her.

City of God 2002, 4.0 out of 5 based on 1 rating

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